Double Dip unwahrscheinlich
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 04. Dezember 2002 18:00 Uhr
ENL5454
Hey, was ist das? Die Weihnachtssaison hat für die amerikanischen Einzelhändler exzellent begonnen. Die amerikanischen Konsumenten kaufen fleißig – denn die Einzelhändler vermeldeten 11 % höhere Umsätze als vor einem Jahr. Bei Wal-Mart waren es sogar plus 14 % ...
Das Ende der Welt, wie wir sie kennen (oder kurz: DEDWWWSK), ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden, oder vielleicht nur bis auf nach Weihnachten. Bis dahin befinden wir uns in einer Zeit, die mit den letzten Tagen der Spekulationsblase Ende 1999 vergleichbar ist. Die Konsumenten sind froh, sich arm zu konsumieren ... und sie sind froh, sich zur Insolvenz zu investieren. Es ist wie in den alten Zeiten; sie kaufen immer noch den Schnickschnack, den sie sich nicht leisten konnten ... und sie investieren wieder in die gleichen Technologieaktien, die sie vor 2 Jahren fast ruiniert hätten.
Ich warte nur noch darauf, dass Alan Greenspan uns versichert, dass wir jetzt eine "NEUE neue Ära" erreicht hätten ... und mein Glück wäre komplett.
Die letzten News deuten darauf hin, dass Amerika "einem Rückfall in die Rezession (double dip) entkommen zu sein scheint", so Stephen Roach, "aber meiner Ansicht nach gibt es kaum Grund dafür, daraus zu schließen, dass es in den nächsten Monaten und Quartalen keine schlechten Nachrichten mehr geben wird." "Die Amerikaner konsumieren, aber die Produktion geht zurück", warnt BBC. Eric Fry wird darauf gleich zurückkommen. Auch die Preise von vielen produzierten Gütern fallen – zu einem großen Teil wegen des großen Angebotes aus China und anderen billig produzierenden Ländern (mehr dazu weiter unten ...). Die übriggebliebenen US-Produzenten haben keine Preisgestaltungsmacht – und müssen deshalb die Preise senken. Diesen Trend kann man schon sehr lange beobachten. Das ist auch der Grund, warum die US-Fabrikarbeiter seit 30 Jahren keinen Anstieg ihrer realen Stundenlöhne gesehen haben. Und das ist der Grund, warum die amerikanischen Fabrikstädte so trostlos aussehen.
Aber vielleicht wird sich das Morgen ändern. Vielleicht werden ausländische Investoren Fabriken in den USA bauen. Und vielleicht werden die Amerika schließlich anfangen, mehr Geld zu verdienen. Und vielleicht werden sie dann dazu fähig sein, Geld ohne neue Hypotheken und sonstige Schulden ausgeben zu können ... und eventuell können sie dann sogar Schulden zurückzahlen. Und vielleicht werden die Aktien dann einen Grund dafür haben, wenn sie weiter steigen ...
Oder vielleicht nicht ...
ähnliche Beiträge:
- Double-Diagonal-Spreads Repetitorium IV
- Calendar Spreads: Double Calendar und die Vola
- Optionsstrategien: Double Diagonal Spreads XIV
- Double Diagonal Spreads: Ausstiegsmöglichkeit 1 und 2 explizit
- Calendar Spreads: Double Calendar III
- Double Diagonal Spreads Repetitorium III
- Calendar Spreads: Double Calendar und die Vola II