Double-Diagonal-Spreads Repetitorium V
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Derivate & Hebelprodukte
vom 9. Februar 2012, 20:45 Uhr
ENL5454
Und weiter geht's mit den Double-Diagonal-Spreads! Am letzten Donnerstag haben wir uns angsehen, wie schnell die Position in den Verlust gerät, wenn der Aktienkurs bei Verfall der kurzen Option unter dem niedrigeren Strike-Preis notiert.
Heute wollen wir uns ansehen, was geschieht, wenn der Aktienkurs bei Verfall der kurzen Option über dem oberen Strike-Preis notiert.
Zunächst unser Beispiel:
Verkauf 49er Februar-Call auf Aktie X (Restlaufzeit 30 Tage)
20er Lot (1 Option repräsentiert 100 Aktien)
implizite Volatilität: 20%; Prämie: 751,07 Euro
Kauf 51er März-Call auf Aktie X (Restlaufzeit 60 Tage)
20er Lot (1 Option repräsentiert 100 Aktien)
implizite Volatilität: 19%; Prämie: 559,29 Euro
Verkauf 45er Februar-Put auf Aktie X (Restlaufzeit 30 Tage)
20er Lot (1 Option repräsentiert 100 Aktien)
implizite Volatilität: 24%; Prämie: 1.012,68 Euro
Kauf 43er März-Put auf Aktie X (Restlaufzeit 60 Tage)
20er Lot (1 Option repräsentiert 100 Aktien)
implizite Volatilität: 25%; Prämie: 952,83 Euro
Aktie X notiert bei 47 Euro
| Delta | -0,26 |
| Gamma | -2,23 |
| Theta | 0,28 |
| Vega | 0,19 |
Nun sind 30 Tage vergangen....
Aktie X notiert bei 50 Euro (alle übrigen Faktoren, insbes. IV, bleiben unverändert)
Was passiert nun?
Nun, der 51er März-Call weist jetzt einen Wert von 1.337,95 Euro auf.
Der 43er März-Put weist dagegen nur noch einen Wert von 42,46 Euro auf.
Doch bei einem Aktienkurs von 50 Euro, wird der 49er Februar-Call ausgeübt.Das heißt, unser Trader muss 2.000 Aktien zu 49 Euro verkaufen, die er zu 50 Euro kaufen müsste. (Der 45er Februar-Put verfällt wertlos.) Das bedeutet einen Verlust von 2.000 Euro!
Dagegen nimmt unser Trader allerdings (1.337,95 Euro + 42,46 Euro) 1.380,41 Euro durch den Verkauf der März-Optionen ein. Hinzu kommt die Netto-Prämieneinnahme in Höhe von 251,63 Euro.
Hier würde unser Trader also einen Verlust von 367,96 Euro verbuchen!
Sie sehen, der Verlust ist bei einem Aktienkurs über dem oberen Strike-Preis höher, als bei einem Aktienkurs unterhalb des unteren Strike-Preises. Dies deckt sich auch mit den Maximalgewinnen - denn der Gewinn ist beim Aktienkurs von 45 Euro (unterer Strike-Preis) bei Verfall der kurzen Optionen am höchsten. Der Gewinn beim Aktienkurs von 49 Euro (oberer Strike-Preis) fällt dagegen etwas geringer aus.
Der Grund dafür ist einfach und hängt mit der impliziten Volatilität des 43er März-Puts zusammen, die mit 25% massiv höher ist, als jene des 51er März-Calls mit lediglich 19%. Doch mit der impliziten Volatilität werden wir uns noch im Folgenden gesondert und ausführlich beschäftigen.
So long liebe Leser....Damit verabschiede ich mich für heute und freue mich, wenn wir uns morgen zum Gold-Jahresausblick wiederlesen...Liebe Grüße und bis morgen...
Ihre Miriam Kraus
Zum ersten Teil von: Wesentliche Merkmale von Optionen IV