Double Diagonal Spreads Repetitorium III
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Derivate & Hebelprodukte
vom 26. Januar 2012, 20:45 Uhr
ENL5454
Hier im 2.Teil wollen wir uns auch heute wieder dem Double Diagonal Spread zuwenden. Sie erinnern sich: in der letzten Ausgabe vom vergangenen Donnerstag haben wir uns damit beschäftigt, was passiert, wenn bei Verfall der kurzen Optionen Aktie X unverändert handelt. Dies bringt unserem Trader einen Gewinn ein. Doch natürlich spielt der Double Diagonal Spread sein höchstes Potenzial erst dann aus, wenn der Aktienkurs bei Verfall der kurzen Optionen bei einem der beiden Strikepreise der kurzen Optionen notiert.
Also, sehen wir uns das anhand unseres Praxis-Beispiels einmal an:
Verkauf 49er Februar-Call auf Aktie X (Restlaufzeit 30 Tage)
20er Lot (1 Option repräsentiert 100 Aktien)
implizite Volatilität: 20%; Prämie: 751,07 Euro
Kauf 51er März-Call auf Aktie X (Restlaufzeit 60 Tage)
20er Lot (1 Option repräsentiert 100 Aktien)
implizite Volatilität: 19%; Prämie: 559,29 Euro
Verkauf 45er Februar-Put auf Aktie X (Restlaufzeit 30 Tage)
20er Lot (1 Option repräsentiert 100 Aktien)
implizite Volatilität: 24%; Prämie: 1.012,68 Euro
Kauf 43er März-Put auf Aktie X (Restlaufzeit 60 Tage)
20er Lot (1 Option repräsentiert 100 Aktien)
implizite Volatilität: 25%; Prämie: 952,83 Euro
Aktie X notiert bei 47 Euro
| Delta | -0,26 |
| Gamma | -2,23 |
| Theta | 0,28 |
| Vega | 0,19 |
Es sind nun 30 Tage vergangen...
Der Aktienkurs notiert nun bei 45 Euro! (Alle übrigen Faktoren, insbesondere die implizite Volatilität bleiben unverändert)
Was passiert nun?
Die beiden kurzen, also die Februar-Optionen, verfallen wertlos. Die März-Optionen weisen noch eine Restlaufzeit von 30 Tagen auf.
Der 51er März-Call hat nun noch einen Wert von 19,23 Euro.
Doch der 43er März-Put weist nun einen Wert von 1.005,13 Euro auf.
Wenn unser Trader nun die beiden März-Optionen verkauft, dann macht er einen Gewinn von 19,23 Euro + 1.005,13 Euro = 1.024,36 Euro. Hinzu kommt aber noch die Netto-Prämieneinnahme bei (751,07 Euro + 1.012,68 Euro - 559,29 Euro - 952,83 Euro) 251,63 Euro.
Insgesamt verbucht unser Trader hier also einen Gewinn von 1.275,99 Euro!
Dies ist auch der Maximalgewinn!
Gewinnszenario Nummer 2:
Es sind nun 30 Tage vergangen...
Der Aktienkurs notiert nun bei 49 Euro! (Alle übrigen Faktoren, insbesondere die implizite Volatilität bleiben unverändert)
Was passiert nun?
Die beiden kurzen, also die Februar-Optionen, verfallen wertlos. Die März-Optionen weisen noch eine Restlaufzeit von 30 Tagen auf.
Der 51er März-Call weist nun einen Wert von 733,60 Euro auf.
Der 43er März-Put weist noch einen Wert von 88,71 Euro auf.
Wenn unser Trader nun die beiden März-Optionen verkauft, dann macht er einen Gewinn von 733,60 Euro + 88,71 Euro = 822,31Euro. Hinzu kommt aber noch die Netto-Prämieneinnahme bei (751,07 Euro + 1.012,68 Euro - 559,29 Euro - 952,83 Euro) 251,63 Euro.
Insgesamt verbucht unser Trader hier also einen Gewinn von 1.073,94 Euro!
Sie sehen, ähnlich wie beim Diagonal Spread, wird der Maximalgewinn erzielt, wenn der Aktienkurs bei Verfall der kurzen Optionen bei einem der beiden Strike-Preise der kurzen Optionen notiert. Die Gewinne sind hier deutlich höher, als beim unveränderten Aktienkurs von 47 Euro (Gewinn 740,01 Euro), obwohl unser Trader natürlich im Gewinn bleibt, solange der Aktienkurs bei Verfall der kurzen Optionen zwischen den beiden Strike-Preisen notiert.
Dies und wie sich die Gesamtposition verhält, wenn der Aktienkurs bei Verfall der kurzen Optionen über dem höheren oder unter dem niedrigeren Strike-Preis notiert, wollen wir uns ab nächster Woche ansehen.
So long liebe Leser....damit verabschiede ich mich für heute und wünsche Ihnen noch einen schönen Abend....bis morgen und liebe Grüße...
Ihre Miriam Kraus
Zum ersten Teil von: Wesentliche Merkmale von Optionen II