Double Diagonal Spreads: Repetitorium II
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Derivate & Hebelprodukte
vom 19. Januar 2012, 20:45 Uhr
ENL5454
Weil es doch schon länger her ist, seit wir uns mit dem Double Diagonal Spread beschäftigt hatten, habe ich in der vergangenen Woche zunächst mit einem Repetitorium begonnen, wo wir uns noch einmal die Beispielposition und die generelle zugrunde liegende Erwartungshaltung angesehen haben. An dieser Stelle möchte ich heute mit der Zusammenfassung weiter machen.
Am letzten Donnerstag hatte ich Ihnen geschrieben, dass es zwei Möglichkeiten gibt, diese Strategie zu spielen. Einmal, indem man auf das Theta setzt und einmal indem man die kurzen Optionen rollt. Wir beschäftigen uns zunächst mit dem "Theta-kassieren und Tee-trinken", weshalb ich für unsere Beispielposition auch nur einen 1-Monats-Spread gewählt habe.
Sehen wir uns unsere Beispielposition doch gleich noch einmal an:
Verkauf 49er Februar-Call auf Aktie X (Restlaufzeit 30 Tage)
20er Lot (1 Option repräsentiert 100 Aktien)
implizite Volatilität: 20%; Prämie: 751,07 Euro
Kauf 51er März-Call auf Aktie X (Restlaufzeit 60 Tage)
20er Lot (1 Option repräsentiert 100 Aktien)
implizite Volatilität: 19%; Prämie: 559,29 Euro
Verkauf 45er Februar-Put auf Aktie X (Restlaufzeit 30 Tage)
20er Lot (1 Option repräsentiert 100 Aktien)
implizite Volatilität: 24%; Prämie: 1.012,68 Euro
Kauf 43er März-Put auf Aktie X (Restlaufzeit 60 Tage)
20er Lot (1 Option repräsentiert 100 Aktien)
implizite Volatilität: 25%; Prämie: 952,83 Euro
Aktie X notiert bei 47 Euro
| Delta | -0,26 |
| Gamma | -2,23 |
| Theta | 0,28 |
| Vega | 0,19 |
Und nun ab in die Praxis....
Es sind nun 30 Tage vergangen, Aktie X notiert nach wie vor bei 47 Euro (alle übrigen Faktoren, wie die implizite Volatilität, bleiben unverändert)
Was passiert nun?
Nun zunächst einmal verfallen die beiden kurzen Optionen, also die Februar-Optionen wertlos. Die März-Optionen weisen nun noch eine Restlaufzeit von 30 Tagen auf.
Der 51er März-Call hat nun noch einen Wert von 156,46 Euro.
Der 43er März-Put hat nun noch einen Wert von 332,01 Euro.
Wenn unser Trader nun die beiden März-Optionen verkauft, dann macht er einen Gewinn von 156,46 Euro + 332,01 Euro = 488,47 Euro. Hinzu kommt aber noch die Netto-Prämieneinnahme bei (751,07 Euro + 1.012,68 Euro - 559,29 Euro - 952,83 Euro) 251,63 Euro.
Insgesamt verbucht unser Trader hier also einen Gewinn von 740,01 Euro!
Unser Trader hätte hier aber auch noch weitere Möglichkeiten um fortzufahren.
Neben der Möglichkeit, die Long/März-Optionen zu verkaufen...
..könnte er die März-Optionen auch bis zum Verfall halten...
...oder einen Iron Condor bilden, indem er 2 weitere März-Optionen verkauft! (doch dazu im Laufe der Reihe später noch mehr).
Und natürlich ist das auch noch nicht alles, denn um aus der Gesamtposition einen Gewinn zu machen, muss der Aktienkurs nicht zwangsläufig völlig unverändert sein, zum Ende der Laufzeit der kurzen Optionen. Tatsächlich spielt der Double Diagonal Spread sein höchstes Potenzial erst dann aus, wenn der Aktienkurs bei Verfall der kurzen Optionen bei einem der beiden Strike-Preise der kurzen Optionen notiert.
Doch dazu nächste Woche noch einmal mehr, womit wir dann das Repetitorium abschließen und weitermachen können.
So long liebe Leser...damit verabschiede ich mich für heute und freue mich, wenn wir uns morgen zum Konjunkturdaten-Wochenrückblick wiederlesen...liebe Grüße...
Ihre Miriam Kraus
Zum ersten Teil von: Wesentliche Merkmale von Optionen
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Schubert (19.01. 2012 22:01 Uhr):
Sehr geehrte Frau Kraus, herzlichen Dank dafür, dass Sie Ihre hervorragende Reihe über Optionen wieder aufgreifen. Sie die alten Beiträge archiviert und kann man auf sie zugreifen? Wenn ja, wäre es schön, wenn in der nächsten Aufgabe mit einem Link auf das Archiv hinweisen. Herzlichen Dank Mit freundlichen Grüßen Walfried Schubert
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