Daniela Knauer legt großen Wert auf eine Streuung der Depotwerte und die strikte Einhaltung von Stopp-Kursen. Darauf weist sie ihre Leser regelmäßig hin.
Daniela Knauer in Devisen-Monitor zum Thema Devisen
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
nachdem Sie heute morgen in den verschiendensten Zeitungen über den schwarzen Montag und seine Crashgefahr lesen können, wird er an diesem Tag sicher nicht eintreten. Doch die Probleme, die in der vergangenen Woche alle Medien beschäftigten, werden uns wenigstens noch einige Wochen begleiten, und sie haben grundsätzlich tatsächlich das Potenzial, zu herben Einbrüchen zu führen. Vorerst erscheint mir jedoch eine Entspannung wahrscheinlicher zu sein, auch wenn uns die hohe Volatitlität weiter begleiten wird.
FED betont neuerdings Wachstumsrisiken
Auf Zinsseite war natürlich in der vergangenen Woche das wichtigste Thema die Sitzung der amerikanischen Notenbank am Dienstag. Dass sie die Zinssätze unverändert lassen würde, war erwartet worden. Bemerkenswert ist jedoch ihr Satz: "Obwohl die Abwärtsrisiken für das Wachstum etwas gestiegen sind, bleibt das Hauptaugenmerk der Notenbank auf das Risiko gerichtet, dass sich die Inflation nicht wie erwartet verringern könnte." Dieses Inflationsrisiko bleibt bestehen, solange sich die Wirtschaft nicht weltweit merklich abkühlen sollte. Denn nur dann werden die Rohstoffpreise und Löhne weniger Druck von dieser Seite ausüben.
Weitere Zinserhöhungen stehen bevor
Folgerichtig haben wir auch in der vergangenen Woche zwei Zinserhöhungen in Ländern mit starker Wirtschaft gesehen: Die australische Notenbank hob den Satz um 0,25% auf nun 6,5% an, die Bank of Korea ebenso um 25 Punkte auf nun 5,0%. Weitere Länder werden mit Sicherheit folgen.
So wurde heute Nacht in China eine beschleunigte Konsuminflation vermeldet: Die Preise stiegen gegenüber dem Vorjahr um 5,6%! Im Gegensatz zu den USA gehen hier aber die Nahrungsmittelpreise in die Berechnung ein, so dass man den wirklichen Preisanstieg für den Verbraucher erkennen kann. Besonders stark stiegen nämlich die Preise für Getreide und Fleisch wegen schlechter Ernten. Die nächste Zinserhöhung wird in China also nicht allzu lange auf sich warten lassen.
Unsichere Konjunkturaussichten
Von Konjunkturseite erhielten wir in der vergangenen Woche das übliche Bild der letzten Wochen: Die Daten in den USA schwächen sich ab bei steigender Verschuldung und einem schwächer werdenden Arbeitsmarkt. In Europa ist die Wirtschaft weiter robust, vor allem die Auftragseingänge aus dem Ausland überraschten positiv. Aus Asien erhielten wir gemischte Daten: Japan schwach, Indien auf sehr hohem Niveau nachlassend und der Rest weiter stark. Die Frage steht also weiter im Raum, ob die zunehmende Schwäche der USA durch die brummende Konjunktur in Asien und anderen Ländern aufgefangen werden kann oder nicht.
EUR/USD bildet Dreieck aus
Wie immer am Montag sehen wir uns an dieser Stelle den ganz kurzfristigen Chart des EUR/USD an. Er zeigte in der vergangenen Woche eine für viele Marktteilnehmer überraschende Stärke, auf deren Möglichkeit ich jedoch schon hingewiesen hatte. Doch das ist nicht ungewöhnlich, wenn Turbulenzen den Aktienmarkt beherrschen. Dann wird spekulatives Geld aus anderen Anlagen abgezogen und in den sicheren Hafen nach Hause geschafft.
Charttechnisch haben wir damit kurzfristig ein Dreieck ausgebildet, dessen Ausbruchsrichtung noch offen ist. Die wirkliche Überraschung läge bei einem Ausbruch nach unten. Dann müssten viele Marktteilnehmer ihre Positionen korrigieren, so dass sich schnell Dynamik entwickeln könnte. Dennoch sollte man aber die vielen Unterstützungen nicht unterschätzen, die sich in den vergangenen Monaten gebildet haben - allzu weit würde diese Bewegung nicht tragen. Aber ein Ziel von 1,3565 ist leicht vorstellbar. Weitere Unterstützungen liegen bei 1,347 und 1,3400.
Termine stehen in der kkommenden Woche viele an, wichtig werden besonders die Daten zum amerikanischen Immobilienmarkt am Donnerstag. Aber auch den kleinen Verfallstag am Freitag sollten Sie im Hinterkopf behalten, er kann für zusätzliche Volatilität sorgen.
