Dollarkrise, Teil II
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 08. Juli 2003 18:00 Uhr
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Bis jetzt hat der Dollar zwar im Vergleich zum Euro deutlich verloren – aber nicht gegenüber den asiatischen Währungen. Diese haben sich gegen den Trend gestemmt, indem sie entweder am Devisenmarkt interveniert haben, um den Dollar hoch und ihre Währungen niedrig zu halten, oder indem sie – wie es die Chinesen getan haben – ihre eigene Währung in einem fixen Verhältnis an den Dollar gekoppelt haben.
Niemand in der Welt will den relativen Handels-Nachteil einer starken Währung haben. Sogar die Schweizer haben verkündet, dass sie den Schweizer Franken niedriger sehen wollen, wenn notwendig. "Wir sind bereit dazu, einzuschreiten und zu intervenieren, wenn der starke Franken unsere Exporte verletzt", sagte der Präsident der Schweizer Nationalbank vor kurzem.
Die Leute erwarteten auch, dass EZB-Präsident Wim Duisenberg seinen Beitrag zur weltweiten Inflation leisten würde und die Leitzinsen senken würde. Aber letzten Donnerstag ging die EZB-Sitzung ohne Zinssetzung vorüber. Das wird wohl bedeuten, dass der Dollar ziemlich bald seinen Abschwung gegenüber dem Euro fortsetzen wird. Langfristig werden allerdings alle Papierwährungen gegenüber dem realen Geld – Gold – fallen.
"Ich denke, dass die harten Werte wie Edelmetalle, Immobilien, Kunst etc. nicht nur gegenüber dem Dollar, sondern gegenüber allen Währungen steigen werden", erklärte Marc Faber. "Tatsache ist ... dass die Rohstoffpreise bereits gestiegen sind – in einigen Fällen stark –, wenn man die Tiefs des Zeitraums 1998–2002 betrachtet."
Eine Liste von 20 Rohstoffen zeigt einen durchschnittlichen Gewinn von 77 % seit den historischen Tiefs Ende der 1990/Anfang der 2000er. *** Zwei Charts in der aktuellen Ausgabe des Barron's Magazins sind mir aufgefallen. Einer zeigt, wie die Summe der Hypotheken in den USA seit 1982 gewachsen ist. Nach 20 Jahren Boom sind die Hypothekenschulden so hoch wie nie. 1982 besaß der durchschnittliche Hausbesitzer fast 70 % seines Hauses selbst (der Rest war noch fremdfinanziert). Im ersten Quartal 2003 lag dieser Wert bei nur noch 55 %.
*** Der zweite Chart zeigt, was die Autoren das 'KGV des Immobilienmarktes' nennen. Diesen Wert errechnen sie, indem sie die 'existierenden Hausverkäufe mit dem durchschnittlichen Verkaufspreis' multiplizieren und diesen Wert dann durch das persönliche verfügbare Einkommen teilen. Nach diesem Maßstab ist das 'KGV des Immobilienmarktes' von einem Tief von ungefähr 6 im Jahr 1982 auf ein Hoch von fast 16 heute gestiegen.
Zu schade, dass die Hausbesitzer nicht mehr von ihren Häusern besitzen. Denn indem sie ihre Hypotheken immer weiter erhöht haben, hat sich ihr effektiver Besitz an ihren Häusern verringert. Zu einem Zeitpunkt, als die Immobilienpreise stiegen