Dollarerholung kann nicht von Dauer sein
Daniel Denning in Investors Daily
vom 28. August 2003 18:00 Uhr
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Eric Fry ist in Urlaub – deshalb übernehme heute ich seinen Part. An der Wall Street haben General Motors (GM) und Ford 1,5 % und 3 % zugelegt. Mr. Fry nennt diese beiden Titel "heimliche Finanztitel", denn beide Aktien sind überraschend sensitiv gegenüber den Zinssätzen, entweder wegen ihren riesigen Schuldenbergen oder wegen ihrer Abhängigkeit vom Konsumentenkreditmarkt.
Dennoch hat Ford seit dem 11. März erstaunliche 76 % zugelegt. Seit Mai 2002 ist Ford der Prügelknabe unter den Automobilaktien. Selbst bei aktuell 11 Dollar notiert die Aktie immer noch 36 % unter dem Stand von Mai 2002 (18 Dollar). Aber mit einem Schulden-zu-Eigenkapital-Verhältnis von 20,96 (verglichen mit einem Industrie-Durchschnitt von 2,92) ist die Aktie kein Kauf. Auch wenn die Autoverkäufe in den USA im Juli insgesamt um 5,5 % gestiegen sind.
Und warum soll man sich über "heimliche Finanzaktien" Sorgen machen, wenn es so viele Aktien gibt, die offensichtlich Probleme haben ... wie die US-Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac? Aber vielleicht sind bei denen die Probleme ZU offensichtlich, als dass man von den Problemen der beiden mit dem Kauf eines Put-Optionsscheins (der bei fallenden Kursen des Basiswertes steigt) profitieren könnte.
Der Schlüssel für die Kursentwicklung der (heimlichen) Finanzaktien sind die Zinsen. Die Rendite der 10jährigen US-Staatsanleihen ist auf 4,47 % gestiegen. Auch die Rendite der 30jährigen Anleihen ist gestiegen.
In den letzten Tagen hatten sich die Anleihenkurse etwas erholt, was bedeutet, dass die Renditen etwas gesunken sind. Aber diese Erholung bei den Anleihenkursen wird nur temporär sein – denn der Dollar hat immer noch Probleme. Er hat zwar gegenüber dem Euro wieder deutlicher zugelegt, aber nicht gegenüber dem Gold, das weiter angezogen hat.
Selbst der Internationale Währungsfonds IWF macht sich Sorgen wegen der Entwicklung des Dollarkurses. Reuters berichtet von der Vorlage für einen IWF-Report, in der es heißt: "Der IWF sieht weiteres Abwertungspotenzial für den Dollar, angesichts des hohen amerikanischen Leistungsbilanzdefizits." Das ist noch keine Panik gegenüber dem wichtigsten Schuldner der Welt ... aber da die US-Defizite (Haushaltsdefizit, Leistungsbilanzdefizit, Konsumenten) auf Rekordhöhe stehen, ist es nur eine Frage der Zeit, bevor die Gläubiger merken, dass ihre in Dollar vergebenen Kredite nicht das Papier wert sind, auf dem sie gedruckt sind.