Dollar: Wie Sie jetzt am besten vorgehen!
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 15. April 2004 12:00 Uhr
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Ich habe gerade eine schöne Formulierung gelesen: Derzeit "halten die Dollar-Bullen den Hammer". Dollar-Bullen, das sind die Anleger, die auf einen steigenden Dollar setzen. Steigend gegenüber dem Euro, dem Yen und dem Goldpreis. Und sie halten momentan wirklich den Hammer: Der Euro ist auf 1,19 gefallen, der Goldpreis zwischenzeitlich auf unter 400 Dollar und es müssen aktuell mehr als 108 Yen für einen Dollar auf den Tisch gelegt werden.
Mit anderen Worten: Der Dollar hat sich deutlich erholt!
Bedeutet das, dass man jetzt diesen Trend ausreizen sollte, also z.B. Call-Optionsscheine auf den Dollar kaufen sollte? Meine Antwort ist eindeutig:
Nein, keinesfalls!
Denn was wir hier beim Dollar sehen, das ist nur eine temporäre Erholung im Abwärtstrend. So etwas gibt es immer wieder, denn die Börse ist nun einmal keine Einbahnstraße (um diesen überstrapazierten Ausdruck zu verwenden). Ich freue mich über solche Gegenbewegungen immer, denn sie bieten immer die erstklassige Möglichkeit für Nachkäufe.
Denn sehen wir uns einmal ganz sachlich die Fakten an, die auf dem Tisch liegen: An den riesigen Belastungsfaktoren für den Dollar hat sich nichts geändert! Weiterhin haben die USA ein Leistungsbilanzdefizit von deutlich über 1 Milliarde Dollar – PRO TAG! Dann erhöht sich die amerikanische Staatsverschuldung derzeit mit dem atemberaubenden Tempo von 2 Milliarden Dollar – PRO TAG! Hinzu kommt, dass die Amerikaner kaum sparen – wenn überhaupt. Es wäre halb so schlimm, wenn sich die US-Staatsregierung bei den eigenen Bürgern verschulden würde (wie das z.B. in Europa der Fall ist). Dann würde das Geld gewissermaßen im Land bleiben. Nein, die USA sind davon abhängig, dass das Ausland (besonders China und Japan) die neuen US-Staatsanleihen kauft. Sonst geht gar nichts mehr! Außerdem: Die amerikanische Geldmenge explodiert, es werden derzeit Dollar im Rekordtempo gedruckt.
Und da soll der Dollar steigen? Sogar gegenüber dem "sicheren Hafen" Gold? Wer da von einem "Trendwechsel zugunsten des Dollars" spricht, hat entweder a) keine Ahnung oder b) sehr viel davon und versucht nur, seine Positionen schön zu reden. Zweiten Fall nennt man an der Wall Street "they're talking their books", und damit ist gemeint, dass z.B. ein Fondsmanager in einem Interview genau dann eine bestimmte Aktie lobt, wenn er diese hält und gerne abstoßen möchte. Aus diesem Grund kann ich Sie vor entsprechenden Interviews mit Fondsmanagern und Analysten nur warnen – genauso natürlich vor den "offiziellen" Kaufempfehlungen der großen Analystenhäuser!
Mein Rat an Sie:
- Bauen Sie bei Gold-Kursen unter 400 Dollar auf jeden Fall zuerst eine schöne Long-Position auf. Das bedeutet, dass Sie einen gut bewerteten Gold-Call kaufen. Denn im nächsten halben Jahr wird der Goldpreis sicherlich wieder in den Bereich 427/430 Dollar steigen.
- Wenn beim Euro die Unterstützung von 1,19 hält – und danach sieht es aus! –, dann steigen Sie am besten mit EUR/US$-Powercalls ein. Damit profitieren Sie von einem steigenden Euro. In meinem Börsenbrief "Optionsschein-Profits" habe ich Powercalls empfohlen, die weit über 100 % Plus machen, wenn der Euro es nur schafft, bis März 2005 auf 1,22 zu steigen. Das sollte auf jeden Fall drin sein!
- Nicht vergessen: Das Währungspaar USD/Yen! Denn die japanische Wirtschaft ist wieder angesprungen, und dort sind die Verbraucher nicht verschuldet. Im Gegenteil: Die Sparraten sind hoch, wir sehen hier einen sehr gesunden Aufschwung. Da muss der Dollar gegenüber dem Yen wieder fallen. Eigentlich hatte ich gedacht, dass der Dollar bereits bei Kursen von 106,50 (Yen pro Dollar) wieder fallen würde – er hat es aber doch noch weiter geschafft, bis zu 108,50. Jetzt sollte aber endlich der Trendwechsel einsetzen und der Yen wieder der Stärkere werden! Das richtige Instrument, um dies auszureizen, ist ein USD/Yen-Put. Denn mit so einem Schein profitieren Sie davon, wenn der Dollar gegenüber dem Yen fällt.
Bis Morgen!
Michael Vaupel