"Dollar weiter stabil" ...
Axel Retz in DAX Daily
vom 03. August 2006 08:30 Uhr
ENL5462
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Die Vereinigten Staaten wollen, so hat es der amerikanische Finanzminister gerade kundgetan, an ihrer Politik eines stabilen Dollar festhalten.
Das dürfte all jene beruhigen, die ihr Geld in US-Staatsanleihen anlegen und das zur Selbstverständlichkeit degenerierte Leben über die eigenen Verhältnisse in den Staaten finanzieren. Vertrauen sie den Worten des US-Finanzministers, können Sie hoffen, dass sie das den USA geliehene Kapital am Ende der Laufzeit ihrer US-Staatspapiere in gleicher Höhe wiedererhalten werden.
Beruhigen dürfte es aber auch diejenigen Länder, die Waren in die USA exportieren. Denn bei einem nachgebenden Dollarkurs stünden ihnen Wechselkursnachteile ins Haus.
Diese Beruhigung dürfte allerdings ihr Ende finden, falls sich die Beteiligten einmal den Langfristchart des Dollarkurses vor Augen führen. Von welcher „Fortsetzung der Politik eines stabilen Dollars" redet der US-Finanzminister? Ich habe Ihnen einmal einen Dollarchart über die vergangenen 35 Jahre abgebildet.
Der „stabile Dollar" lag gegenüber dem (zurückgerechneten) Euro damals bei 1,86 Euro, heute steht er bei 0,78 Euro. Das entspricht einem Verlust von 58,06 Prozent. Und die Kursausschläge, die Sie im Chart zwischen damals und heute erkennen, haben mit „stabil" etwa so viel zu tun wie ein dreifüßiger Schemel mit einem auf einer Pickelhaube balancierten Wackelpudding.
Vor diesem Hintergrund ist es für mich bemerkenswert, dass der US-Finanzminister jetzt überhaupt ein Statement zum Dollar abgibt. Und es deutet möglicherweise darauf hin, dass man sich in den Staaten über den Dollarkurs Sorgen zu machen beginnt. Aus gutem Grund. Denn ein Absturz der US-Devise wäre – ich werde nicht müde, das zu betonen – das schlimmste denkbare Szenario.

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