Dollar: Warten auf die Notenbank
Axel Retz in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 03. Mai 2007 08:30 Uhr
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Liebe Leserinnen und Leser,
nicht nur an den Aktienmärkten herrscht derzeit Rekordlaune. Der Dow Jones legte eine Serie von neuen Allzeithochs hin(und stieg zuletzt an 18 von 20 Tagen. In den 111 Jahren seines Bestehens hat es so etwas noch nicht gegeben!
Am Devisenmarkt purzeln ebenfalls die Rekorde: Der Yen sackte gegenüber dem Dollar auf ein neues Tief durch, während der Euro zum Dollar eine neue Bestmarke ansteuern konnte. Die Konsequenz, zumindest theoretisch: Für Japan war es noch niemals so einfach, seine Waren in den Dollarraum zu exportieren, Ausfuhren aus dem Eurobereich hingegen werden in den Vereinigten Staaten immer teurer.
Wie sich das Währungspuzzle weiter entwickelt, hängt nun vom in der kommenden Woche anstehenden Zinsentscheid der US-Notenbank ab. Und so schwer wie seismal haben es die Währungshüter lange nicht mehr gehabt:
Das Bruttoinlandsprodukt des ersten Quartals und die Krise am Immobilienmarkt sind die beiden gewichtigsten Gründe, die für eine sofortige Zinssenkung, vor allem aber gegen eine Zinsanhebung sprechen.
Umgekehrt zwingen die Inflationsdaten die FED fast dazu, die Zinsschraube noch einmal anzuziehen. Und, wohlgemerkt: Das gilt für die „offiziellen" Inflationsdaten; die inoffiziellen, nach der Methodik früherer Jahre berechneten Zahlen sehen noch erheblich schlimmer aus.
Bis zur Sitzung der Notenbank dürften die Devisenmärkte in eine Warteschleife einschwenken; nächste Woche aber kann es hektisch werden!