Dollar-Stärke oder Euro-Schwäche?
Sven Weisenhaus in Wave Daily zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 9. Januar 2012, 13:00 Uhr
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(Quelle: Markt-Daten.de) Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft USA
Die auf einer separaten Haushaltsbefragung basierende Arbeitslosenquote sank von revidiert 8,7 auf 8,5%. Dies ist der niedrigste Wert seit Februar 2009.

(Quelle: Markt-Daten.de) US-Arbeitslosenquote
Positive US-Daten als Belastung für den Euro
Die guten US-Daten wirken sich inzwischen deutlich negativ auf den Euro aus. Hinzu kommen die Probleme Ungarns. Der schwache Euro wiederum belastet den DAX. Und als wäre dies noch nicht genug, kommen, während uns aus den USA quasi bislang in diesem Jahr nur gute bis sehr gute Daten erreichen, für Deutschland auch noch schlechte Daten über die Ticker.
Fortsetzung des Negativ-Trends bei den Auftragseingängen
Die Auftragseingänge in der Industrie gingen vorläufigen Angaben zufolge im November preis-, kalender- und saisonbereinigt um 4,8% zurück. Im Vormonat waren sie abwärts revidiert um 5,0% gestiegen.
Spiegelbildlich zum Vormonat nahmen insbesondere die Bestellungen aus dem Ausland ab (-7,8%). Die Auftragseingänge aus dem Inland verringerten sich um 1,1%.
Die Auftragseingänge sind teils sehr volatil. So verzeichneten Sie nach dem starken Plus im Oktober wiederum ein starkes Minus von 5% im September. Daher hilft ein Blick auf den Zweimonatszeitraum. Hier erhöhten sich die Auftragseingänge leicht um 0,2%. Ihren Vorjahresstand übertrafen die Industrieaufträge im Zweimonatsvergleich Oktober/November kalenderbereinigt um 0,3%.
Da aber auch im August und Juli Rückgänge verzeichnet werden mussten, erscheint das starke Plus im Oktober eher wie ein Ausrutsch. So ist der Trend eher negativ. Das sollte man auch nicht unbedingt beschönigen.
Arbeitslosigkeit in Europa verharrt auf hohem Niveau
Und auch die folgende Nachricht war nicht gerade hilfreich für den Euro. In der EU und im Euroraum verharrte die Arbeitslosigkeit im November 2011 auf dem hohen Niveau des Vormonats. Im Euroraum (ER17) lag die saisonbereinigte Arbeitslosenquote bei 10,3%, in der EU27 bei 9,8%.
Vertrauenskrise im europäischen Bankensektor
Unterdessen wächst das Misstrauen in der europäischen Bankenbranche weiter. Statt ihr Geld anderen Geldhäusern zu besseren Konditionen zu leihen, erreichten die deutlich schlechter verzinsten kurzfristigen Einlagen der Kredithäuser bei der Europäischen Zentralbank (EZB) von Donnerstag auf Freitag mit 455,3 Milliarden Euro wieder einen neuen Höchststand, wie die Notenbank in Frankfurt am Main mitteilte.
Euro-Schwäche nicht nur gegenüber dem US-Dollar
Während die US-Daten weiter glänzen, gibt es aus Europa und nun auch aus Deutschland immer wieder negative Nachrichten. Das wir es daher nicht mit einer Dollar-Stärke, sondern mit einer Euro-Schwäche zu tun haben, zeigt auch das neue Elf-Jahres-Tief des Euros gegenüber dem Yen. Es dürfte also nicht verwundern, dass es hier noch nicht zu der erhofften Gegenbewegung gekommen ist, von der ich vor einer Woche schrieb.

