Dollar-Reserven
Bill Bonner in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 14. Juli 2008, 11:00 Uhr
ENL5454
Heute werde ich mich ganz kurz und knapp fassen.
Dem Dow Jones ist es ein weiteres Mal nicht gelungen, sich schnell wieder von den Verlusten der Vorwoche zu erholen.
Der Ölpreis ist weiter gestiegen. Gold hat einen Zahn zugelegt.
"Gefangen zwischen einer zerbrechlichen Wirtschaft und einem zerbrechlichen Bankensystem und der steigenden Inflation", schreibt James Saft, "scheinen Bernnake und andere Politiker der Zentralbank jetzt bei einer Strategie der Durchhalteparolen angekommen zu sein."
"Aber solches Gerede ist nur dann effektiv, wenn man eine Zuhörerschaft hat, die davon ausgeht, dass man die Mittel und die Bereitschaft hat, die Sache auch zu Ende zu bringen."
Bedenkt man die Trading-Ergebnisse der letzten Zeit, dann hätte das Team um Bernanke ebensogut den Mund geschlossen halten können. Gold und Öl verhalten sich, als würden sie mit höheren Inflationssätzen rechnen, und nicht mit geringeren. Und der Dollar verliert jeden Tag an Wert - auch wenn er immer noch nicht vollständig zusammengebrochen ist.
Der letzte Teil dieses Satzes ist vielleicht den ein oder anderen Gedanken wert. Der Dollar ist gegenüber den anderen großen Währungen gefallen. Gegenüber dem Euro ist er beispielsweise kaum die Hälfte dessen wert, was er zu seinem Höchstwert wert war, den er erreichte, kurz nachdem der Euro vor zehn Jahren in Umlauf kam. Gegenüber Gold ist er nur noch ein Drittel dessen wert, was er vor zehn Jahren wert war. Und gegenüber dem Ölpreis ist der Verlust sogar noch größer - hier ist der Wert um 80% gefallen.
Doch der Dollar ist immer noch nicht eingebrochen.
Um Ihnen eine Vorstellung davon zu geben, was es heißt, zusammenzubrechen, blicke ich aus dem Fenster. Der englische Immobilienmarkt scheint sich den kalifornischen Trendsettern zu widersetzen. Während die amerikanischen Häuser im Wert fallen, hielten sich die Preise in Großbritannien stur oben.
"Es ist eine kleine Insel", erklären die Analysten, "Wir haben viel Immigration aus dem Ausland", fahren sie fort. Wir besitzen unsere Häuser gerne", lautet das Urteil. Und eine Frau in einem Büro sagte, als ich nachfragte: Die Immobilienpreise steigen in Großbritannien immer."
Die Preise steigen so lange, bis sie fallen. Jetzt fallen sie, sagen die Zeitungen aus London. Und die Bauunternehmen brechen ein. Und dann kommt die Nachricht, dass der größte britische Bauunternehmer, Taylor Wimpey, zuletzt die Hälfte seines Wertes verlor, nachdem es dem Unternehmen nicht gelungen war, das Geld aufzubringen, das man brauchte. Und danach sind die Aktien auch weiterhin gefallen. Ein anderes britisches Bauunternehmen ist bereits eingebrochen.
Sie wollen einen echten Einbruch sehen? Dann sehen Sie sich doch einmal an, was in diesem Jahr an der Wall Street los ist. In den vergangenen sechs Monaten hat die Citigroup 43% ihres Wertes einbüßen müsen. Merrill Lynch ist um 40% gefallen. Und Lehman Bros. sind um 68% eingebrochen. Das Wall Street Journal schreibt, dass die Aktien der Banken immer mehr so wie die der Dotcoms von 2000 aussehen.
Die große Frage ist, ob es sich dabei nur um temporäre Korrekturen handelt - die von der Panik am minderwertigen Kreditmarkt und der Kreditkrise ausgelöst werden. Oder ob es sich hierbei um eine weitere Blase handelt, die im Stile der Dotcoms platzt. Wenn dem so ist, dann werden die Unternehmen der Wall Street noch ein ganzes Stück weiter fallen und sie werden sich über viele Jahre nicht mehr erholen.
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