Dollar kein Thema?
Axel Retz in DAX Daily
vom 17. April 2007 08:30 Uhr
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Liebe Leserinnen und Leser,
Auf dem G7-Treffen am Wochenende war man sich darüber einig, dass der hohe Eurokurs derzeit „kein Thema" ist. Geschweige denn der schwache Dollar.
Eigenartig. Die US-Notenbank weist verstärkt auf die Inflationsrisiken hin, lässt den Dollar bei ihren Überlegungen aber außen vor. Denn der schwache Dollar hat die Importpreise in die USA seit 2002 um 25 Prozent steigen lassen, was den Effekt der sgn. Importierten Inflation hat.
Auf der anderen Seite bleibt die Frage, wann die platzende Immobilienblase beim Konsum ankommt. Die Konsumentenkredite sprudeln nicht mehr so bereitwillig wie zuvor, und vielen Immobilieneignern dürfte die Lust am Konsum gründlich vergangen sein.
Und dennoch stiegen die Einzelhandelsumsätze im März um 0,7 Prozent, was der Markt sehr positiv aufnahm. Geflissentlich übersehen wurde dabei, dass diese Umsatzsteigerung nahezu vollends auf das Konto gestiegener Preise zurückzuführen war, nicht etwa auf einen erhöhten Warenabsatz.
Und damit sind wir schon wieder beim Thema Inflation. Die Nachfrage stagniert, die Preise steigen, wobei wir bekanntermaßen noch nicht einmal mit den „wahren" Zahlen versorgt werden. So oder so: Das Thema Stagflation und/oder Rezession ist noch nicht vom Tisch, auch wenn Alt-Notenbanker Alan Greenspan seine Rezessionsprognosen für dieses Jahr gestern in Tokio ein wenig relativiert hat.
Apropos Tokio: Der Nikkei konnte die positiven Vorgaben der Wall Street heute morgen nicht umsetzen; auch der HangSeng zeigt keinen Drang nach oben. Für den Dax also insgesamt „gemischte" Vorgaben.