Dollar-Hausse wird sich als heiße Luft entpuppen!
Franz-Josef Buskamp (Chefredakteur "Value Investor") in Investoren Wissen
vom 17. März 2010, 16:00 Uhr
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Lieber Investor,
man muss sich das einmal vorstellen: Da legt der US-Dollar- Index – in dem alle relevanten Währungen enthalten sind – noch nicht einmal um 10% zu, und die Finanz-Massenmedien stilisieren die Korrektur des Euro zu einer gigantischen Krise hoch.
Da sich mit Blick auf Griechenland inzwischen eine EU-interne Lösung abzeichnet, versuchen die Krisensüchtigen, gleich sämtliche südeuropäische Länder in die vermeintliche Eurokrise einzubeziehen.Von einem Härtetest des Euro war zuletzt die Rede.Dabei scheinen Akteure und Medien die explosive Staatsverschuldung in den Vereinigten Staaten völlig auszublenden. Jüngst erreichte der Dollar-Optimismus einen erneuten Höhepunkt.
Doch so startet keine neue Langfrist-Hausse. Nach Jahren einer Baisse bleiben die Marktteilnehmer im Rahmen einer neuen Hausse noch lange skeptisch. Die vermeintliche Dollar-Hausse wird sich daher schon bald als reine Luftnummer entpuppen.
Sobald der Dollar wieder den Rückwärtsgang einlegt, wird der Goldmarkt mehr Aufmerksamkeit auf sich lenken. Sowohl die Dollar-Erholung als auch die Korrektur im Edelmetallsektor waren rein markttechnisch bedingt. Beide Entwicklungen sind nicht fundamental untermauert und haben daher nicht mal einen Ansatz von Langlebigkeit. Der Dollar befindet sich nach wie vor in einer Langfrist-Baisse, der Goldmarkt in einer Langfrist-Hausse. Rücksetzer bei Gold unterhalb von 1000 US-Dollar unwahrscheinlich.
So sehr man versucht hat, den Dollar hochzureden, so sehr haben Analysten zuletzt alles unternommen, Gold herunterzureden. Zu viele Akteure wünschen sich nochmals einen satten Rücksetzer des gelben Edelmetalls, um günstig nachzukaufen oder um in den Goldmarkt einzusteigen. Vielleicht tut der Goldmarkt den Zauderern den Gefallen, denen Goldpreise oberhalb von 900 US$ im Vorjahr „zu hoch“ erschienen und die heute einen Goldpreis unterhalb von 1.000 US$ als Schnäppchen empfinden würden. Normalerweise geschieht das aber nicht.
So ist auch der Edelmetallaktiensektor „durchkorrigiert“ worden. Die relative Stärke der normalerweise schwächsten Gruppe, der Explorer, deutet darauf hin, dass die aktuelle Konsolidierung wieder einmal ihre eigenen Merkmale hat und nicht allzu lange anhalten wird. Hier ist zu berücksichtigen, dass beispielsweise der Gold-Bugs-Index (HUI) Anfang Dezember 2009 nicht übergekauft war und auch nicht einmal der Ansatz einer kurzfristigen Übertreibung bestanden hat.
Nichts deutet darauf hin, dass uns etwas Vergleichbares bevorsteht wie im Herbst 2008. Die Hedgefonds, die für das damalige „Blutbad“ in diesem Sektor verantwortlich waren, sind aktuell in diesem Sektor nicht überinvestiert. Sie sind ganz mit der angeblichen Eurokrise beschäftigt und versuchen dort über Kreditausfallgeschäfte ihren Schnitt zu machen. Lassen wir sie ihre Krisen inszenieren. Mal gelingt dies kurzfristig (Griechenland), mal schlägt es fehl (Dubai). Es hängt auch damit zusammen, wie souverän Verantwortliche mit solchen Attacken umgehen – und da haben sich die EU-Entscheider erst einmal vorführen lassen, anstatt sofort zu reagieren.
Herzlichst, Ihr
Franz-Josef Buskamp
Chefredakteur Value Investor
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