Doch die nächste Woche ist entscheidend
Profit Radar
vom 16. März 2009, 19:00 Uhr
ENL5454
Wie die wirkliche Entwicklung an den Märkten aussieht, werden Sie deshalb erst nächste Woche sehen, wenn sich der Rauch des aktuellen Feuerwerks gelichtet hat. In der letzten Märzwoche wird sich wirklich zeigen, in welcher Verfassung die Märkte sind.
Die Rallye hat aber auch einen großen Vorteil: Sie zeigt Ihnen eindrucksvoll, wie wichtig es ist, sich eine Watchlist aufzubauen und nicht völlig untätig an der Seitenlinie zu sitzen. Darauf haben Volkmar Michler und ich Sie hier ja immer wieder hingewiesen. Es wird ein Leben nach der Krise geben - und dafür sollten Sie sich schon jetzt eine aussichtsreiche Watchlist aufbauen und dann in Schwäche- und Ausverkaufsphasen mit dem Aufbau von Positionen beginnen.
In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen eine interessante Geschichte erzählen. Denn derzeit ist die Stimmung für Aktien sehr negativ und dafür sind Staatsanleihen sehr begehrt. Ich kenne einen hohen Vermögensverwalter einer bekannten Privatbank, der mir folgende Geschichte erzählte:
Als er damals seine Bankausbildung beendet hatte, saß er an einem seiner ersten Arbeitstage bei der Bank in den Kundengesprächen des Haupt-Kundenberaters. Dort kam dann ein alter Herr hinein und sagte: „Ich möchte mein Geld anlegen. Aber nur in Aktien. Keine Staatsanleihen. Ich bin ein konservativer Anleger." (Wir reden hier nicht von ultra-spekulativen Biotech-Wertden oder dubiosen Explorern, sondern von Qualitätswerten. Zu dieser Zeit gab es noch gar keinen „Neuen Markt" oder Explorerwerte.)
Mein Bekannter fiel aus allen Wolken, denn in der klassischen Ausbildung werden Aktien ja als wesentlich risikoreicher als Anleihen eingestuft. Dieser Herr wollte „konservativ" anlegen - und deshalb zu 100% Aktien haben.
Das klang paradox. Auch der Kundenberater war irritiert und darauf erklärte der Herr: Er habe 2 Weltkriege und die Weimarer Republik miterlebt. Seine Familie habe alles Geld verloren, was sie in Staatsanleihen gehabt hätten. Aber die Aktie, die der Großvater damals gekauft habe - die wären selbst nach diesen schrecklichen Jahrzehnten und teilweise horrenden Kurseinbrüchen immer noch was wert gewesen. Denken Sie mal drüber nach.
Have a successful day,
Ihr
Daniel Wilhelmi