DJ Transport-Index: Trifft auf starke Unterstützungszone
Andreas Wolf in DAX Daily
vom 21. November 2008, 08:00 Uhr
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Liebe DaxDaily Leser,
in der Anlageklasse Aktie gibt es keinen Sektor mehr, der von der Baisse des abgelaufenen Jahres nicht erfasst wurde. Gebeutelte Aktionäre können momentan nur zwischen sehr stark und weniger stark gedrückten Branchen unterscheiden. Ein Sektor den es mit einer selten zu beobachtenden Härte getroffen hat ist der der Logistikaktien. Konnten diese Titel bis Mitte September dieses Jahres noch dicht unterhalb ihren Rekordstände notieren, erlebten sie innerhalb von nur acht Wochen einen Absturz der besonderen Art. Um Kursverluste von 40 Prozent und mehr innerhalb eines vergleichbaren Zeitraumes registrieren zu können, muss man in der Geschichte des DJ Transport schon weit zurückgehen. Der Einmarsch irakischer Truppen in Kuwait im August 1990 und der dann folgende erste Irakkrieg im Januar 1991 bescherte den Logistikern ein ähnlich starkes Deja-vu-Erlebnis wie gegenwärtig. Waren die Gründe der damaligen abrupten Flaute aber wenigstens für die meisten Investoren noch greifbar, erscheint die plötzliche Enthaltsamkeit vieler Unternehmen noch keiner konkreten Gefährdungslage sondern größtenteils einer panischen Überreaktion geschuldet zu sein.
Hauptdrehangelpunkt der modernen Logistik ist zweifelsohne die Automobilindustrie. Die Probleme von GM bis Ford,von Daimler bis BMW sind eine wesentliche Achillesferse der Branche. Kommt es bei diesen sehr großen Kunden zu Schwierigkeiten, streut dass sofort auch Sand in das Getriebe vieler abhängiger Zulieferbetriebe. Das dadurch ausgelöste rezessive Tendenzen noch verstärkt werden, steht außer Frage. Die Folgen derartiger Flauten können in den Ölkrisen der Siebziger und Achtziger Jahre sowie im Anschluss an den ersten Irakkrieg Anfang der Neunziger Jahre betrachtet werden. Alle diese ökonomischen Schrumpfungsphasen zeichnten sich durch eine besondere Länge und Intensität aus. Der Kursrückgang des DJ Transport-Index reflektiert mit der Heftigkeit seiner Abwärtsbewegung keine andere Erwartungshaltung. Die Anleger dokumentieren mit ihren panischen Verkäufen die Erwartung einer langen und tiefen Rezession. Da durchschnittliche rezessive Phasen in der Regel 12 bis 15 Monate gedauert haben, unterstellt der aktuelle Kursrückgang eine Mindestdauer von rund zwei Jahren.
Der aktuelle Kurssturz des DJ Transport-Index könnte hingegen zunächst einmal von einer heftigeren Gegenreaktion abgelöst werden. Die Dimension der erfolgten Kursverluste erscheint im Hinblick auf die Kürze des dafür benötigten Zeitraums weit übetrieben zu sein. Auf dem Niveau zwischen 2.800 und 2.970 Punkte befindet sich eine massive Unterstützungszone aus den Jahren 2000/2001. Aufgrund des überaus extrem überverkauften Zustandes des Marktes als auch der an den Wendepunkten angelangte Indikatoren dürfte der Index bald zu einer umfangreichen Erholung ansetzen. Kursniveaus von 3.500 bis 3.600 Punkten sind auf sehr kurze Sicht dabei erreichbar. Danach dürfte die Suche nach einem neuen Boden weiter gehen.
