DJ Euro Stoxx Telecom: Gegen den Trend
Andreas Wolf in DAX Daily
vom 3. Juli 2008, 08:00 Uhr
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Liebe DaxDaily Leser,
wie allen Lebensbereichen gibt es auch an der Börse fest verwurzelte Reaktionsmechanismen. Zu Ihnen gehört, dass in Zeiten unsicherer Börsenentwicklung sogenannte defensive Werte wegen ihrer geringeren Schwankungsanfälligkeit gerne gekauft werden. Schaut man sich die Entwicklung dieser bevorzugten Kategorien wie Nahrungsmittelhersteller oder Telekommunikation im vergangenen halben Jahr allerdings an, stellt man fest, dass diese sogenannte Sicherheit nur wenig bis gar keine Vorteile gegenüber der negativen Entwicklung am Gesamtmarkt gehabt hat.
Seit dem Beginn des neuen Halbjahres hat allerdings die Telekombranche in Form des DJ Euro Stoxx Telecom-Index, der die größten europäischen Telekom-Aktien enthält, im Gegensatz zum Gesamtmarkt einen kleinen Kursgewinn zu verzeichnen. Fundamental gibt es dafür kaum eine Begründung. Zwar hat die France Telekom angekündigt, die geplante Übernahme des norwegischen Wettbewerbers Telia Sonar nun doch nicht durchzuführen und damit seine Aktionäre erst einmal glücklich gemacht. Grundsätzlich posotivere Aussichten wurden aber von keinem der Unternehmen prognostiziert. Allenfalls eine Fortsetzung der Konsolidierung innerhalb des Sektors lässt hin und wieder etwas Übernahmefantasie aufkommen. Inwieweit die Aufwärtsentwicklung von einer gewissen Nachhhaltigkeit im derzeitigen Aktienumfeld geprägt ist, muss sich erst noch erweisen.
Mit einem Schlusskurs oberhalb des bisher seit Anfang des Jahres gültigen Abwärtstrends hat der Branchen-Index zunächst einmal ein Kaufsignal geliefert. Da das Überschreiten des Abwärtstrends aber nur sehr geringfügig vollzogen wurde, bleibt in den nächsten Tagen abzuwarten, ob weitere Käufe zu einer Fortsetzung des Anstiegs führen. Dem Trendfolge-Indikator MACD fehlt noch die notwendige Dynamik um sich in Richtung der 0-Achse nach oben abzusetzen. Der Oszillator Slow Stochastik weisst hingegen noch etwas Potenzial nach oben auf, so dass ein weiterer Anstieg bis an die fallende 38-Tage-Linie durchaus möglich ist. Erst die Konsolidierung der Aufwärtsbewegung wird zeigen, was von den aktuellen Signalen zu halten ist.
