Dividenden-Investments
Louis Basenese (US-Korrespondent) in Investoren Wissen
vom 14. Juli 2009, 16:00 Uhr
ENL5454
Benötigen Sie ein Dividenden-Investment? Stoßen Sie GE weiterhin ab und kaufen Sie stattdessen diese Aktie
Liebe Leser,
damals im Januar empfahl ich Ihnen, die von jedermann geschätzte Dividenden-Aktie General Electric zu Gunsten von TEPPCO Partners abzustoßen.
Viele schreckten vor der Idee zurück. Aber die Ergebnisse lügen nicht ...
Seit Jahresbeginn ist General Electric die am schlechtesten laufende Aktie im Dow und um 22,3 % gefallen. TEPPCO ist hingegen um 69% gestiegen, einschließlich Dividenden.
Natürlich kann ein Teil der Aufwärtsbewegung von TEPPCO den Nachrichten zugeschrieben werden, dass Enterprise Products Partners die Gesellschaft kauft, wie ich voraussagte.
Denjenigen unter Ihnen, welche die Aktie kauften, empfehle ich, dass Sie jetzt Gewinne mitnehmen. Und was auch immer Sie tun, investieren Sie sie nicht wieder in GE.
Warum GE kein sicheres Dividenden-Investment ist
Meine Gründe, warum ich GE nicht als sicheres ertragsorientiertes Investment sehe, bleiben dieselben.
Die Gesellschaft fordert beständig die goldene Regel für Dividenden-Investments - befasse Dich mit einfachen Geschäftsmodellen, weil einfache Geschäfte Geld bringen und Dividenden bezahlen können - heraus.
Erinnern Sie sich daran, dass das Geschäft von GE in alle Richtungen geht (Umsätzen mit Wasser, Sicherheit, Eisenbahnwesen, Öl und Gas, Medien und Unterhaltung, Beleuchtung, Gesundheitsfürsorge, Verbraucherkredite, gewerbliche Kredite, Energie, Stromverteilung, Unterhaltungselektronik, Luftfahrt und schließlich (ein Trommelwirbel wäre angebracht...) Haushaltsgeräte.
Und es wird nur noch komplizierter. Kürzlich gab die Gesellschaft bekannt, dass sie sich an der Forschung mit embryonalen Stammzellen beteiligen wird.
Ein weiteres Problem? GE wird immer mit dem Gesetz der großen Zahlen kämpfen. Bei einer Marktkapitalisierung von 125 Milliarden US-$ braucht es furchtbar viel Wachstum, um den Gewinn-Zeiger und in Folge die Aktienkurse zu bewegen.
Zurzeit geschieht dies nicht.
Wie Sie Dividenden-Aktien klug herauszupicken
Wiederum ist es von mir natürlich nicht schön, auf GE heftig einzuschlagen, ohne eine Alternative anzubieten. Nun hier ist sie: Windstream Corp.
Die Gesellschaft ist die größte Festnetz-Telefongesellschaft des Landes für den ländlichen Raum. Sie entstand Mitte 2006 durch den Zusammenschluss des Festnetz-Geschäfts von ALLTEL mit der VALOR Communications Group.
Sie operiert in 16 Staaten ... dort, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen! Märkte außerhalb der ausgetretenen Pfade, wohin die großen Betreiber wie AT&T und Verizon ihr Augenmerk nicht richten, weil die Vorlauf-Kosten zu hoch sind. Um Ihnen nur eine Vorstellung zu geben: In den meisten vorstädtischen und städtischen Märkten beträgt die Zahl der Anschlüsse pro Quadratmeile mehr als 110; auf den meisten Märkten von Windstream liegt sie unterhalb 20.
Offensichtlich verschafft dieses Fehlen von Konkurrenz Windstream bemerkenswerte Vorteile. Und zwar hohe und stabile Gewinnspannen. Sogar in diesen wirtschaftlich schwachen Marktzeiten ist Windstream im Stande gewesen, seine Umsatzrendite von 35% aufrechtzuerhalten.
Sogar noch besser, zu aktuellen Preisen wirft die Aktie 12% ab. (Im Vergleich bringt GE zurzeit 3,4%.)
Hier sind die vier Hauptgründe, weswegen ich glaube, dass diese Dividende sicher ist:
- Breiter wirtschaftlicher Sicherungsgraben. Viele Betreiber verlieren traditionelle Telefonkunden an Kabel-Dienste. Jedoch Windstream ist teilweise von dieser Tendenz abgeschirmt. Ungefähr 30% seiner Kunden haben gar nicht die Option, Kabel-Modem-Dienstleistungen zu bekommen. Die Kabel-Gesellschaften bedienen gerade jene Märkte nicht. Zur gleichen Zeit zwingt die Strenge dieses Konjunkturrückgangs viele größere Betreiber dazu, ihre Expansionsbemühungen in die Gebiete von Windstream zu beschränken oder gar aufzuheben. Die Verzögerung erlaubt einzig der Gesellschaft, ihre Wettbewerbslage zu konsolidieren und den Einfluss von neuen Konkurrenten auf lange Sicht zu minimieren.
- Kostenloses Wachstum. Das große, alte und lärmende Förderungs-Gesetz beinhaltete 7,2 Milliarden US-$ an Mitteln für die Internet-Expansion. Windstream qualifiziert sich für die Bewilligungen und kann das "gratis" Geld verwenden, um seinen Fußabdruck in den ländlichen Märkten auszuweiten.
- Fester Cashflow. Im letzten Jahr verbesserte sich der Cashflow um 14% auf 763 Millionen US-$ dank niedrigerer Investitionsaufwendungen und dank der Kostensenkungs-Bemühungen. In 2009 können wir dasselbe erwarten, weil das Management keine Veranlassung sieht, die Investitionskosten zu vergrößern.
- Schulden sind kein Grund zur Besorgnis. Windstream hat einen beträchtlichen Schuldsaldo von 5,4 Milliarden US-$, aber das ist in Anbetracht des Cashflows angemessen (der Zins-Aufwand sollte weniger als 28 % des Cashflows verbrauchen), liegt unter der durchschnittlichen Fremdkapitalaufnahme der Industrie, und es gibt keinen unmittelbaren Refinanzierungsbedarf. Die früheste Schuldfälligkeit ist 2011 in Höhe von 457 Millionen US-$. Nötigenfalls konnte die Gesellschaft den Saldo aus dem laufenden Cashflow und dem Bankguthaben auszahlen. Danach kommt die nächste bedeutende Schuldfälligkeit nicht vor 2013.
Wie TEPPCO kommt auch Windstream mit einem Kick - es ist ebenfalls ein Übernahmeziel.
In den letzten fünf Jahren haben wir größere Betreiberunternehmen, die eifrig darauf bedacht sind, ihr Wachstum zu forcieren, beobachten können, wie sie kleinere stark profitable Unternehmen in ländlichen Bereichen zu teils sehr starken Aufpreisen kauften. Windstream besitzt dieselben Qualitäten wie die vorigen Übernahmeziele, so ist ein entsprechendes Geschäft sicherlich in den nächsten sechs bis neun Monaten möglich. Eine preiswerte Bewertung, mit nur dem 9,5-fachen der Zukunftserträge, steigert die Chancen.
Im Endergebnis stellt Windstream zuverlässigen Ertrag und das Potenzial für eine bedeutende Kapitalaufwertung zur Verfügung, wie wir es bei TEPPCO miterlebten. Traurigerweise können wir dasselbe nicht über GE sagen. Deshalb stoßen Sie sie ab, wenn Sie sie besitzen ! Und kaufen Sie Windstream stattdessen.
Erfolgreiches Anlegen,
Lou Basenese
KOMMENTAR ZUM ARTIKEL VON HERRN BASENSE:
Grundsätzlich bin ich von meiner Mentalität her weniger der Dividenden-Investor, aber von GE würde ich auch abraten. Die "goldene Grundregel", die Herr Basenese im Zusammenhang mit Dividenden-Investments nennt, halte ich für sehr wichtig.
Hinsichtlich Windstream kann ich selbst nicht viel sagen, da ich diese Aktie bisher selbst noch nicht im Detail untersucht habe. Die Logik hinter der Auswahl des Titels erscheint mir jedoch sehr vernünftig und vielleicht ergibt sich ja für den ein oder anderen Dividenden-Investor von Ihnen der ein oder andere Ansatzpunkt.
Wenn Sie sich speziell für Dividenden interessieren, finden Sie weitere Investment-Ideen übrigens hier...
Beste Grüße,
Alexander Hahn