Diversifikation
Rüdiger Maaß in Wave Daily
vom 30. April 2007 13:00 Uhr
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Sie haben es sicher schon oft gehört. Die intelligente Lösung, um langfristig an der Börse erfolgreich zu sein, heißt Diversifikation. Neben den inländischen Aktien, soll das Depot mit ausländischen Aktien erweitert werden. Also sollen wir noch Aktien aus England, Spanien Malaysia und den USA kaufen, um das Risiko zu verteilen. Na ja, was denken Sie lieber Leser? Der letzte Crash hat gezeigt, dass diese Methode noch verbesserungswürdig ist. In der damaligen Marktphase hätte man am besten Bundesschatzbriefe Typ A mit Bundesschatzbriefen Typ B diversifiziert.
Diversifikation aus einem Selbstzweck halte ich für unzweckmäßig. Es kann durchaus sinnvoll sein, verschiedene Investments gleichzeitig im Depot zu halten. Der Kauf von Wertpapieren mit dem Argument der Risikostreuung durch Diversifikation macht nur wenig Sinn. Die Entscheidung eine bestimmte Aktie oder einen bestimmten Index zu kaufen, sollte auf Fakten beruhen.
Für ein erfolgreiches Investment benötigen wir eine Methode, um die richtige Entscheidung zu treffen. Manchmal halten wir nur wenige und manchmal mehrere Positionen im Depot. Wenn wir das Risiko durch Diversifikation verringern wollen, können wir uns auf dem Hochseil ein Kissen auf unsere Rückseite binden und hoffen, dass wir sanft landen werden, wenn wir fallen sollten.
Es führt kein Weg daran vorbei, die notwendigen Techniken zu erlernen um auf dem Seil zu bleiben. Wäre es nicht besser, einem Anfänger zu raten, er soll sich dem Hochseil fernhalten und erst einmal Bodenübungen beginnen?
Die Diversifikation bietet keine Sicherheit vor einem Risiko. Es ist keine Methode, um eine Aktie auszuwählen oder sich eine Meinung über den Markt zu bilden. Das entscheidende Kriterium ist das Wissen des Anlegers. Der Investor sollte seine Anlagen nach dem Grad seiner Kenntnisse wählen. Jemand, der über kein Börsenwissen verfügt, sollte sich einen qualifizierten Berater suchen oder sein Geld in Schatzbriefen bzw. Sparbriefen anlegen.
Wenn ein Profi die besten oder sagen wir lieber die guten Aktien kennt, warum soll er sie mit schlechteren Aktien mischen? Es würde doch genügen, wenige gute Aktien ins Depot zu legen. Die schlechteren Aktien würden nur die Performance reduzieren.
Während meiner Ausbildung wurde uns gelehrt, dass ein Vermögen auf vier Säulen stehen sollte: Immobilien – Aktien – festverzinsliche Wertpapiere und Gold. Inzwischen habe ich gelernt, dass es zu einer bestimmten Zeiten gute Gründe gibt, eine oder mehrere dieser Investmentkategorien zu besitzen. Es macht aber selten Sinn, alles zu jeder Zeit sein Eigen zu nennen.