Diskretion ist der bessere Teil des Mutes
unserem Korrespondenten Eric Fry aus Manhattan in Investors Daily
vom 26. Januar 2005 18:00 Uhr
ENL5454
Ich weiß nicht, ob der über das Jahr aufgelaufene, steile Niedergang des NASDAQ von 8 % der Anfang einer viel größeren Verkaufsbewegung sein könnte. Vor zwei Wochen beleuchtete der Vorsitzende der Bundesbank des Staates New York, Timothy F. Geithner, vier gesamtwirtschaftliche Trends, die einigen wenigen erfahrenen Investoren Grund zur Sorge geben könnten. Obwohl man Bücher über die zahllosen zukünftigen Ungewissheiten schreiben könnte, führt Geithner nur vier wesentliche an:
- 1. Der Anteil der Schulden am Bruttosozialprodukt steigt weltweit in allen Volkswirtschaften.
- 2. Amerikas ist massiv von ausländischem Kapital abhängig.
- 3. Durch sich rasend schnell industrialisierende Länder wie Indien und China entsteht Konkurrenzdruck.
- 4. Die Umtauschkurse sind unbeständig und instabil.
Die Kombination aus Problemen mit fiskalischer Nachhaltigkeit und großen externen Ungleichgewichten einerseits, mit Spannungen im Wechselkurssystem andererseits, kann laut Geithner zu unvorhergesehenen Schockwirkungen auf die Finanzkurse führen. Wenn es stimmt, dass Diskretion der bessere Teil des Mutes ist, dann benötigt das gegenwärtige Investmentklima definitiv mehr Diskretion als Mut.