Diese Schwellenländer muss man derzeit nicht haben
Profit Radar
vom 16. März 2010, 19:00 Uhr
ENL5454
Ich persönlich glaube, dass der Iran in der mittel- bis langfristigen Zukunft ein extrem spannender Emerging Markets werden könnte. Ich kenne den Senior-Manager des Iran-Geschäfts eines DAX-Konzernes und kann ihnen von dessen Erzählungen sagen: In diesem Land schlummert gewaltiges Potential.
Aber derzeit stellt sich das Thema noch nicht. Damit sind also noch 9 „N-11"-Länder übrig. Auf der anderen Seite des Spektrums ist Südkorea von seinem Entwicklungsstand de facto ein Industrieland. Die große wirtschaftliche Entwicklung ist hier schon gelaufen. Das will ich nicht, wenn ich in die Emerging Markets investieren will. Damit fällt Südkorea auch weg.
Mexiko ist ein schwieriger Fall. Denn das Land besitzt eine große, junge Bevölkerung und profitierte jahrelang von seiner engen Nachbarschaft zu den USA. Aber der ehemalige Aztekenstaat hat auch gewaltige Probleme: Die Ölförderung ist längst über ihren Zenit hinaus und sinkt immer weiter.
Das wird Mexiko in den kommenden Jahrzehnten immer anfälliger für steigenden Rohstoffpreise machen. Das ist schlecht für die Entwicklung des mexikanischen Binnenmarktes - der eigentlich Story des Landes. Ich gehe zwar davon aus, dass die USA nicht, wie es einige Untergangspropheten voraussagen, untergehen werden. Aber ich rechne damit, dass die USA in den kommenden Jahrzehnten kleinere Brötchen backen muss.
Das ist nicht gut für Mexiko. Denn über die Hälfte aller Exporte gehen in die USA. Nach den Prognosen von Goldman Sachs hat Mexiko das Zeug, in den kommenden Jahrzehnten zu einer der zehn größten Volkswirtschaften der Welt aufzusteigen. Das klingt nach verlockenden langfristigen Potentialen.
Die sind fraglos vorhanden, aber kann das Land es auch umsetzen? Bei so vielen Fragen gehört auch Mexiko nicht zu meinen Favoriten und ich würde in Lateinamerika weiterhin auf Brasilien setzen. Damit sind noch 7 „N-11"-Länder übrig. Darauf gehe ich dann im nächsten Profit Radar ein.
Have a successful day,
Ihr
Daniel Wilhelmi