Diese Faktoren sind für die Preisrallye in 2009 ausschlaggebend
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 12. Januar 2010, 20:00 Uhr
ENL5454
Fundamentale Faktoren
Wir alle wissen, wie wichtig gerade China mittlerweile für die Metallmärkte geworden ist. Während sich die westlichen Industrienationen noch über Konjunkturprogramme beraten haben, hatte China bereits massive Stimulierungsprogramme anlaufen lassen. So fand das Land sehr rasch wieder auf den Wachstumskurs zurück und ist DER ausschlaggebende Faktor für den regelrechten Nachfrageboom in der ersten Jahreshälfte 2009. Die Chinesen kauften vor allem als die Metalle günstig waren, kauften weiter als die Metalle teurer wurden und mittlerweile ziehen die Importe schon wieder an. Wie die chinesischen Zollbehörden am 22.Dezember erklärten sind beispielsweise die Importe von raffiniertem Kupfer von Januar bis November 2009 um 136% gestiegen gegenüber dem Vorjahr. Natürlich, China wächst und verbraucht, aber China baut auch strategische Lagerbestände auf. Überhaupt die Lagerbestände - diese sind mittlerweile weltweit auf Rekordhoch geklettert, was die Industriemetalle angeht. Aber darauf werde ich morgen im Ausblick noch einmal gezielter eingehen.
Erwartungshaltung
Sicher, China mit seinem ungeheuren Metallhunger im letzten Jahr, bietet einen guten Unterstützungsfaktor für die Preisentwicklung. Aber der massive Lageraufbau kann dennoch nicht als einziger Grund für den deutlichen Preisanstieg gewertet werden.
Was ist denn bitteschön mit den anderen Staaten? Schließlich ist China nicht das einzige Land auf der Welt.
Tja, mit dieser Frage kommen wir wieder bei der allseits bekannten Erwartungshaltung an. Denn die ist hoch, dank weltweiter Konjunkturprogramme, während die tatsächliche Verbrauchserholung in den alten West-Industrienationen nach wie vor zu wünschen übrig lässt.
Unter diesen Aspekt gehört meiner Meinung nach aber auch der Faktor Liquidität. Ein hohes Maß an Liquidität, dank Niedrigzinspolitik und massiven fiskalpolitischen Stimulierungsprogrammen, lässt die Wirtschaftsindikatoren flattern und das beliebte V der Erholung glänzen.
Dabei ignorieren die Marktteilnehmer, dass die Nachfrage der westlichen Industrieländer nach wie vor niedrig ist und gerade diese Staaten vermutlich erst in 2011 und in Teilbereichen wahrscheinlich erst in 2015 ihr Vorkrisenniveau erreichen können.
Entscheidend ist hier einzig und allein die psychologische Wirkung, ausgehend von der Erwartungshaltung, die da heißt: die Weltwirtschaft befindet sich auf Erholungskurs.
Kapitalzuflüsse
Niedrigzinspolitik und Erwartungshaltung stimmen, Inflationsbedenken kommen hinzu, ebenso wie ein schwacher US-Dollar, die Liquidität ist vorhanden und voilà: ein neuer Boommarkt ist geboren. Passt hervorragend zu meinem Jahresausblick 2009 (lesen Sie ansonsten noch einmal Rohstoff-Daily vom 04.Januar: 2009 - ein Resümee). Und ich sage Ihnen: dieser spekulative Faktor ist nicht zu unterschätzen. Doch dazu morgen mehr....
So long liebe Leser....das war der Rückblick auf das Jahr 2009 im Zeichen der Industriemetalle...wenn Sie morgen wieder dabei sind, dann sehen wir uns gemeinsam den Ausblick für die Industriemetallmärkte auf das Jahr 2010 an...bis morgen also....
Ihre Miriam Kraus
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