Dies wird der größte Hype im ersten Halbjahr 2012!
Daniel Wihelmi in Profit Radar zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 6. Januar 2012, 19:00 Uhr
ENL5454
Der Internetsektor "Social Media" verändert die Art, wie die Welt kommuniziert. Ein Beispiel: Nach einer Studie des Pew Research Center nutzen heute 65 Prozent aller erwachsenen Internetuser soziale Netzwerke. Das fast eine Verdoppelung der Prozentrate gegenüber 2008.
Dabei helfen der Smartphone-Boom und das mobile Internet. Rund 40 Prozent der Social Media-User nutzen íhre Mobiltelefone für einen direkten Zugang zu den Social Media-Internetseiten. Knapp 84 Prozent der amerikanischen Fortune 100 Unternehmen, also den größten Konzernen in den USA, bedienen sich heute schon Social Media, um ihren Brand Name zu vermarkten.
Damit sind wir schon direkt beim entscheidenden Punkt: Die Zahlen sind eindrucksvoll und der Boom ist da. Das ist sicher. Aber die entscheidende Frage, die niemand öffentlich ausspricht (weil alle in einem Boot sitzen und von dem Hype profitieren wollen): Wie sollen diese Zahlen in harte Umsätze und vor allem Gewinne umgewandelt werden?
Mich erinnert dieser Trend stark an den Boom von B2B vor über zehn Jahren. Die älteren Börsianer unter Ihnen werden sich noch erinnern: Nachdem B2C (Business-to-Consumer) erfolgreich war, explodierte in Lichtgeschwindigkeit ein neuer Boommarkt auf der Internetsezene: Business-to-Business (B2B).
Der Hype war gigantisch, denn die Idee dahinter war logisch: Anstatt dass Unternehmen nur Geschäfte mit den Endkunden über das Internet durchführen, machen Unternehmen auch Geschäfte mit anderen Firmen. Der Firmenhandel würde sich ins Internet verlagern und einen Milliardenmarkt entstehen lassen.
So weit so gut. Aber trotzdem schafften es selbst die großen B2B-Unternehmen (wie Commerce One) nicht, diese Entwicklung zu monetarisieren und nachhaltig Geld damit zu verdienen. Im Moment will niemand etwas von dieser Entwicklung im Social Media-Sektor wissen. Denn für die involvierten Personen ist es unwichtig. Dort läuft ein anderes Spiel, das da lautet: „So lange es nur jemanden gibt, der mir mein Aktienpaket noch teuerer abkauft, interessieren mich die langfristigen fundamentalen Aussichten nicht".
Genau diese Entwicklung sehen Sie an den Social Media-Aktien an der Börse. Ich habe die Charts der großen Social Media-Aktien, die bisher an den Börsen gelistet sind, auf unserem Taipan-Blog in meinen letzten Posts im Dezember aufgelistet. Im Moment werden Social Media-Unternehmen mit Venture Capital überschüttet. Kein Deal hat dabei so für Aufsehen gesorgt, wie der Facebook-Deal von Goldman Sachs. Dabei kaufte Goldman Sachs zusammen mit der russischen Firma Digital Sky Tech ein Aktienpaket von Facebook im Wert von 1,5 Milliarden USD (und bewertete Facebook damit mit 50 Milliarden USD). Dieser Deal scheint aufzugehen.
Die Gerüchte besagen, dass die Börsenbewertung von Facebook bei rund 100 Milliarden USD liegen soll. Aber was für Sie viel wichtiger ist: Goldman Sachs ist kein strategischer Langzeit-Investor. Teilweise wurden Aktienpakete schon an vermögende Kunden weiterverkauft. Das ist die Story der ganzen Venture Capital-Geldschwämme im Social Media-Bereich. Die Investoren stecken Millionen und Milliarden in diese Firmen - mit dem Ziel, diese Beteiligungen aber im Boom wieder zu verkaufen. Wer ist am Ende der Dumme? Natürlich der schlecht informierte Aktionär, wenn diese Firmen an die Börse gehen.
Have a successful day,
Ihr Daniel Wilhelmi
ähnliche Beiträge:
weitere Ausgaben von
Profit Radar
weitere Artikel dieser Ausgabe:
Donnerstag, 24. Mai 2012
Mittwoch, 23. Mai 2012
Dienstag, 22. Mai 2012
alle AusgabenBörsenbrief: Aktien-Monitor
Die besten Empfehlungen aus den besten Börsen-Briefen weltweit
Klicken Sie hier für weitere Informationen zu Börsenbrief: Aktien-Monitor