Die zwei Arten von Dax-Aktien
Tom Firley in Investors Daily zum Thema Dax 30
vom 28. Januar 2010, 18:00 Uhr
ENL5462
Wie Sie wissen, startete der Dax im März letzten Jahres eine außergewöhnliche Kurs-Rally. Diese Rally wurde von zwei kurzen Korrekturen (im Juni / Juli und im Oktober 2009) unterbrochen, bevor sie - allerdings abgeschwächt - bis Mitte Januar weiter ihren Lauf nahm.
Natürlich haben nicht alle Aktien denselben Kursverlauf hingelegt wie der Dax als Index selbst. Und daraus ergeben sich die zwei verschiedenen Charaktere der Dax-Aktien:
1.) Die Dax-Einzelwerte, die ihr Zwischenhoch vom Juni / Juli bzw. Okotber 2009 erneut überbieten konnten (und somit auch zur weiteren Dax-Rally bis in den Januar beigetragen hatten).
2.) Die Dax-Aktien, die ihr Zwischenhoch nicht wieder überbieten konnten und sich (mehr oder weniger) seitwärts bewegen.
Beispiele für die erste „starke" Gruppe wären Adidas, BASF, Beiersdorf, Fresenius Medical Care, Fresenius Vorzüge, Henkel, Linde, RWE... Schauen wir uns hier exemplarisch den Chart der
Chart Bayer
Beispiele für die zweite „schwächere" Gruppe sind Allianz, BMW, Deutsche Börse, E.on, Merck, Münchener Rück, SAP... Auch hier ein Chart-Beispiel. Besonders „eindrucksvoll" präsentiert sich hier der Kurs-Verlauf der Deutsche Börse AG:
Chart Deutsche Börse AG
Bitte berücksichtigen Sie: Bei der Auswahl von Aktien (egal ob aus Dax, Dow, Nikkei, Hang Seng etc.) sollten Sie auch immer einen Blick auf den Gesamtmarkt werfen. Sollte sich der Dax zu einer größer als erwarteten Korrektur (z.B. unter 5.500 Punkte und weiter) hinreißen lassen, dürften auch die „starken" Werte nicht schadlos davon kommen. Gleichzeitig:
Gelingt dem Dax der Ausbruch zunächst über 6.000 Punkte und danach über das letzte wichtige Hoch bei 6.048 Punkten, dann dürften auch Werte aus der schwächeren Gruppe positiv oder gar überproportional gut auffallen.
Natürlich muss es immer einen guten Grund (oder besser zwei oder drei Gründe...) geben, um eine Aktie zu kaufen. Nachdem ich Ihnen in der laufenden Rally seit März 2009 immer wieder einige Kaufgründe genannt habe (im März 2009 das Überbieten der Tiefs aus dem Vorjahr, später dann der 256-Tage-GD, danach kurzfristige Signale), fällt es auch mir nicht gerade leicht, Kauf-Kandidaten zu finden. Vielmehr muss und sollte ich angesichts der Abwärtsbewegung ein weiteres Mal auf die Beachtung Ihrer Stoppmarken hinweisen... Aber:
Aus gutem Grund habe ich gestern die Henkel-Aktie (mit der einzigartigen Aufwärtsbewegung) besprochen und heute zwei charttechnische Hingucker erwähnt. In Kombination (!) könnte diese Auswahl interessant werden. Wie gesagt: Wenn die entsprechenden Signale kommen.
Zumindest heute sieht es nicht danach aus. Der Dow Jones Industrial bewegt sich auf die 10.000 Punkte-Marke zu (aktuell minus 1,5% auf 10.080 Punkte) und dies dürfte logischerweise auch unserem Dax morgen etwas Kopfzerbrechen bereiten. Warten wir es also ab.
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley
PS: Nicht jeder Tag ist ein Kauftag. Und schließlich haben wir das große Glück, auf charttechnische Einstiegs-Signale warten zu können, müssen also nicht überhastet agieren. Sehen Sie es daher positiv: Ohne Korrektur gäbe es auch keine neuen Einstiegssignale. „Basteln" Sie sich eine Watchlist und schlagen Sie dann zu, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist.
Zum ersten Teil von: Investieren in Dax-Aktien


Artikel weiterempfehlen