Die Zukunft des Preisbooms bei den Rohstoffen – Teil 3 von 4
Stefan M.I. Karlsson in Traders Daily zum Thema Rohstoffe
vom 10. Dezember 2007 12:00 Uhr
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Genauso braucht es oft Zeit für einen Ersatzstoff auf die Preise zu reagieren. Es braucht normalerweise Jahre, treibstoffeffizientere Autos einzuführen, ganz zu schweigen von der Zeit, die es braucht, Kernkraftwerke und Windkraftanlagen einzurichten und die Vorbehalte der Regierungsbürokraten und Politiker zu überwinden, genauso wie die der Umweltschützer und der Leute, die in der Nähe dieser Kraftwerke wohnen.
Später jedoch, wenn alle diese neuen Bergwerke und Ölquellen in Betrieb genommen sind und die treibstoffsparenden Autos und neuen Kraftwerke weit verbreitet sind, dann wird der Boom der Rohstoffpreise enden – und sich in eine Krise der Rohstoffpreise verwandeln. Wenn die nachhinkenden Auswirkungen all dieser Faktoren sich schließlich zeigen, dann könnte die Folge davon eine dramatisch ausgedehnte Zeitspanne der Überkapazität sein, in der der zusätzliche Bergbau und die neueren Ölbohrungen ganz einfach nicht mehr wirtschaftlich rentabel sind, während Benzin verschlingende Autos zunehmend bezahlbarer werden.
Aber wenn es so viele Produktionseinrichtungen gibt und die marginalen Produktionskosten all dieser bestehenden Einrichtungen vergleichsweise gering ausfallen, dann kann sich eine solche Situation sehr lange halten, was zu langen Phasen mit einbrechenden Rohstoffpreisen führt, bis die Minen und Ölquellen irgendwann erschöpft sind. Dann droht eine Unterkapazität, welche dann natürlich einen weiteren Boom der Rohstoffpreise herbeiführen wird.
Rogers stellt die These auf, dass der aktuelle Boom der Rohstoffpreise teilweise eine Folge davon ist, wie die Rohstoffpreise der Achtziger und Neunziger Jahre ein sehr geringes Investitionsniveau im Bergbau und bei Ölbohrungen ausgelöst haben, was bedeutet, dass die bestehenden Minen und Ölquellen ausgeschöpft wurden.
In seinem Buch bewertet Rogers die Situation von Angebot und Nachfrage für eine Reihe von Rohstoffen – darunter Öl, Erdgas, Gold, Blei, Zucker und Kaffee – und der kommt zu dem Ergebnis, dass das Angebot ganz einfach nicht so schnell wächst wie die Nachfrage und dass es das auch noch einige Jahre lang nicht tun wird – in einer Phase, in der deswegen die Rally der Rohstoffpreise vermutlich andauern wird.
Ein anderer Faktor hinter dem Boom der Rohstoffpreise ist die stark steigende Nachfrage aus China und, in geringerem Maße, aus Indien und dem übrigen Asien. Rogers ist bei China sehr optimistisch und geht davon aus, dass es unvermeidlich ist, dass China zur führenden Wirtschaftsmacht der Erde werden wird.
Er widmet China ein gesamtes Kapitel seines Buches, in dem er seinen Optimismus für China genau darlegt und auch beschreibt, auf welche Weise der deutliche Anstieg der Nachfrage nach Rohstoffen, der mit der fortgesetzten Industrialisierung und dem Konsum zusammenhängt, auch weiterhin die Rohstoffpreise nach oben treiben wird. Rogers argumentiert weiterhin, dass die Anleger, die die Vorzüge der Rally der Rohstoffpreise vollständig ernten wollen, die Rohstoffe eher direkt kaufen sollten, anstatt Aktien der Hersteller dieser Rohstoffe.
Er präsentiert Statistiken, die zeigen, dass Aktien von Rohstoffproduzenten ganz allgemein nicht so gut abgeschnitten haben, wie die eigentlichen Rohstoffe selbst.
Der Grund dafür ist, dass man, wenn man Aktien von Rohstoffproduzenten kauft, nicht nur den Rohstoff kauft, sondern auch das Unternehmen. Und das Unternehmen kann in manchen Fällen heftig unter der Verwaltung oder politischen Angriffen leiden. Bis hin zu dem Punkt, an dem trotz der Rohstoffpreissteigerungen, die Besitzer von Aktien der Rohstoffproduzenten, aufgrund der Bürokraten der Regierung und anderer Hindernisse, die die Produktion einschränken, tatsächlich Geld verlieren können.
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