Die Zerstörung des amerikanischen Imperiums
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 17. September 2009, 07:30 Uhr
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Edward Gibbon beschrieb das glücklichste Zeitalter der Menschheit als die Phase der fünf Kaiser" zwischen AD 98 und AD 180, als Marcus Aurelius gestorben ist.
Welches war Amerikas goldenes Zeitalter?
Noch ist es viel zu früh die Geschichte von Amerikas Niedergang und Fall zu schreiben. Doch das hält mich nicht davon ab Vermutungen anzustellen.
Ich würde sagen, die Phase, zwischen dem Fall der Berliner Mauer und dem Niedergang von Lehman Bros. - eine Phase, die nur 19 Jahre währte - stellt den Gipfel amerikanischer Macht und amerikanischen Wohlstandes dar. Die Amerikaner haben in diesen Jahren natürlich geträumt. Der Traum war der übliche Traum imperialer Art - dass das amerkanische Imperium dem Rest der Welt einen so großen Gefallen erwiesen hat, dass die Menschen aus dem Ausland Amerika auf ewig unterstützen würden.
Rom hat es nicht darauf angekommen lassen, Man hat die eroberten Länder gezwungen, Tribute zu zahlen... Sklaven zu bringen... Gold und Weizen. Das amerikanische Imperium ist vom Handel abhängig... und vom Dollar. Solange die Vereinigten Staaten noch einen kommerziellen Vorteil hatten, war das Imperium profitabel. Aber als das 20 Jahrhundert in die Jahre kam, galt gleiches für die amerikanische Wirtschaft. Die Wettbewerber - insbesondere Deutschland und Japan - hatten einen großen Vorteil. Sie waren in den Vierzigern ausgebombt worden. Sie konnten neu aufgebaut werden. Amerikas Handelsvorteil ist immer mehr entglitten... und dann erreichte Amerika in den Achtzigern eine negative Handelsbilanz. Seither ist sie mit fast jedem Jahr noch schlechter geworden.
Die Verluste im Handel sind nach dem Untergang von Lehman geschrumpft. Die Amerikaner haben sich eingeschränkt. Aber heute kommt die Nachricht, dass das Handelsbilanzdefizit plötzlich um mehr gestiegen ist, als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt in den vergangenen 10 Jahren. Sind die Amerikaner plötzlich wieder zu großen Geldverschwendern geworden? Vermutlich ist es nicht so. Aber wir müssen auf eine andere Erklärung warten, noch haben wir keine.
Kein Bericht über die glorreichen. Jahre, die ungefähr in die Phase zwischen der Herrschaft von George Bush I und seinem Sohn George Bush dem II fallen- wäre vollständig ohne Erwähnung des Ereignisses, das sich in der vergangenen Woche zum achten Mal jährte.
Einer kleinen Gruppe von Terroristen gelang ein erstaunlicher Coup - sie brachten zwei ikonische amerikanische Gebäude zum Fall, mit im Herzen von New York City... und zur besten Sendezeit. Die Geschichtswissenschaftler sind versucht, dieses Ereignis als einen Meilenstein zu bezeichnen, der das Ende einer Phase des maximalen Glücks in den Vereinigten Staaten bezeichnet. Ich möchte davor warnen. Erst später wurde offenkundig, dass die Reaktion Amerikas auf das Ereignis mit den Terroristen reiner Selbstmord war. Das Land musste seine Ziele dringend wieder an die Möglichkeiten anpassen. Es musste sparen und in einige neue Fabriken und in Infrastruktur investieren. Stattdessen haben sie Billionen von Dollar ausgegeben, um Phantome und Niemande zu bekämpfen. Aber soweit ich weiß, blieben Amerikas Einfluss, Macht und Prestige auch in der Zeit der Kriege gegen den Terror und den Irak in der Nähe des Zenits.
Mit dem Untergang von Lehman änderte sich das. Danach war es offensichtlich, dass Amerika nicht nur verwundbar war, sondern ihr eigener Feind. Mit Schwindeleien in den Blasenjahren und der Trödelei mit den Löwen, die groß werden würden und das Land zerfleischen. In der Phase, die wir jetzt erleben, versucht Amerika wieder einzuschlafen, um die lauen Träume wieder erwachen zu lassen. Das ist das, worum es bei einer Erholung geht - die Rückkehr in ein Land des Schlummers und des Unsinns... in dem die Leute denken, dass sie tatsächlich reicher werden können, indem sie Geld verschwenden, das sie nicht haben, für Dinge, die sie nicht brauchen.
Soweit ich sagen kann, sind die meisten Privatbürger mittlerweile aufgewacht. In einem Bericht von Anfang der Woche zeigte sich, dass sie die Schulden viermal schneller zurückzahlten, als die Wirtschaftswissenschaftler erwartet hätten. Die Sparrate steigt wieder. Die Ausgaben gehen zurück. Die Leute tun, was sie tun sollten, sie schränken sich ein.
Aber die Regierungen setzen ihre Bemühungen fort, die Korrektur zu sabotieren und das Imperium zu zerstören. Sie haben schon jetzt ihren Haushalt gesprengt - mit erwarteten Defiziten von 9 Billionen Dollar in den nächsten 10 Jahren. Jetzt machen sie sich am Dollar zu schaffen.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Herbert (17.09. 2009 08:23 Uhr):
Oh, Mr. Bonner, es bedeutet mir viel - und das ist ganz ehrlich gemeint - in dieser Welt des Betruges jeden Morgen ihre bescheiden vorgebrachten Fragen und Klarstellungen zu lesen... Und ich denke jeden Morgen: je mehr dieser Wahnsinn sich jetzt noch aufbläht, mit neuen Blasen an den Aktienmärkten und auch bei den Bonds, umso furchtbarer wird das nachher alles zerbersten. Wann aber ist nachher? Und: Was wird der Trade des neuen Jahrzehnts? Könnten es vielleicht die Aktien der beim großen Knall zu Unrecht mit abgestraften Länder und Regionen sein? Asien Der Trade des neuen Jahrzehnts: asiatische Aktien? Aber nur nach dem großen Knall der noch kommen wird.
Antworten - Kommentar von dietmar funk (17.09. 2009 10:33 Uhr):
Und welche anderen Auswirkungen hat das Schuldenmachen der USA inkl. der europäischen Staaten, als die einer gravierenden Inflation????
Antworten - Kommentar von Claus Herold (18.09. 2009 20:05 Uhr):
"Wenn die Freiheit die Ordnung zerstört - wird die Sehnsucht nach Ordnung die Freiheit zerstören." Wenn das stimmt, scheinen m.E. die maßlosen Auswüchse der "Blasen" auch auf eine längere allmählich kommende Phase von "Unfreiheiten" bzw. Gefahr totalitärer Machtübernahme freien Wirtschaftens durch politische Maßnahmen hinzuweisen.... Des Menschen Problem ist seit jeher, dass er Maß und Mitte verloren hat. Auf der Suche nach einem absoluten "Bezugsrahmen" für sein Leben, neigt er zu extremen Geiz oder Gier. - Beides ist sein Grundübel. Dauerhafter Wohlstand und Reichtum findet sich nur im angemessenen d.h. nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Das aber erfordert einen hohen Ethos der Selbstdisziplin aufgrund weitsichtiger und deshalb weiser Erkenntnis. Ich würde mir wünschen wenn Sie Herr Bonner, das Finanzwesen einmal unter dem Gesichtspunkt der "Nachhaltigkeit" kommentieren würden. Ansonsten möchte ich Ihnen Danken für Ihre Kommentare. Ich lese diese seit ca. 6 Jahren mit großem persönlichen Gewinn!
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