Die Zeit nach Fukushima

in Profit Radar
vom


Viele von Ihnen lesen den Profit Radar schon lange Zeit. Und dann wissen Sie auch, dass ich jahrelang ein Uran-Bulle war. Meine Begründung war nie, dass ich Atomenergie für die beste Energieform hielt. Sondern dass es aufgrund des rasant wachsenden Energiekonsums aus den Emerging Markets, insbesondere aus Asien, mittelfristig keine realistische Alternative gibt, ohne die Welt komplett gegen die Wand zu fahren. Deshalb waren Anlagen in diesem Bereich aussichtsreich


Doch mit der Fukushima-Katastrophe hat sich im Energiesektor alles verändert.  Hier hat eine neue Zeitrechnung begonnen. Nichts wird mehr so sein wie vor Fukushima. Dementsprechend müssen Börsianer ihre Meinungen und Anlagestrategien anpassen. Nur so kann man langfristig an den Kapitalmärkten erfolgreich sein. Und das habe ich getan.

In dieser neuen Zeitrechnung nach Fukushima wird die Urannachfrage mittelfristig deutlich sinken. Das bedeutet: Der Uranpreis wird fallen. Und zwar deutlich. Bis zum 11. März 2011 wurden noch mittel- bis langfristige Uranpreise von 150 USD bis 200 USD erwartet. Das waren natürlich phantastische Perspektiven für Uranproduzenten.

Aber das war eben vor Fukushima. Jetzt sieht alles anders aus. Im allerbesten Fall bleibt der Uranpreis konstant. Ich habe bereits erste Prognosen gehört, die von Kursen um bis zu 50 USD ausgehen.  Damit ist klar: Die Story der Uranexplorer ist nachhaltig zerstört. Erinnern Sie sich noch an meine Artikel über „Game Changer"?

Fukushima ist ein echter Game Changer für den Energiesektor. Und zwar in der negativsten Form für Uranunternehmen. Das gilt vor allem für Uranexplorer, die sich noch im Frühstadium ihrer Exploration befinden. Hier wird jetzt bei einigen Firmen der Totalverlust drohen. Denn die Erschließung und der Aufbau einer Uranproduktion sind extrem zeit- und vor allem kostenintensiv.

 

von
Daniel Wilhelmi
Daniel Wilhelmi

Daniel Wilhelmi ist als langjähriger Börsenjournalist aus Printmedien, zahlreichen Vorträgen und dem TV, z.B. „3sat-Börse“ oder „heute-journal“, bekannt.


ähnliche Beiträge:

Artikel bewerten
Durschnittliche Wertung:
0 Sterne
Wertungen:
0 insgesamt
Artikel weiterempfehlen
Kommentar abgeben

* = Pflichtfeld, bitte unbedingt ausfüllen

Kommentare Kommentar abgeben

Kommentar von Martin Löwen

Martin Löwen, Feldstedter Weg 28a, 12305 Berlin Tel 030 - 743 33 54 Loewen-berlin@t-online.de Sehr geehrter Herr Wilhelmi, völlig unbemerkt von der Öffentlichkeit ist es Forschern gelungen Kernfusionen in metallischen Kristallstrukturen zu erzeugen und damit saubere Energie zu gewinnen. Da der Vorgang bei etwas über Zimmertemperatur abläuft nennt man ihn cold fusion. Weit fortgeschritten ist hier eine Gruppe um den italienischen Physiker Rossi. Noch hält er Details zu seinem Verfahren geheim und bemüht sich um einen Patentschutz. Allerdings konnte er eine funktionierende Anlage mit 10kW vorführen und wie ich dem Bild entnehme passte sie auf einen Schreibtisch.. Ähnliche Experimente, die die Existenz von cold fusion bestätigen gab es seit den 90-er Jahren schon viele. Allerdings scheint Rossi jetzt der erste zu sein, der diesen Prozess dauerhaft ablaufen lassen kann. Wenn diese Technik einen industriellen Durchbruch erreicht, dann wird sie bezahlbar und massentauglich sein für die dezentrale Energieversorgung ebenso wie für den Kraftwerksbetrieb. Aber wer braucht dann noch Kraftwerke? Natürlich wird das auch wirtschaftliche Konsequenzen haben. Firmen, die dieses knowhow nutzen werden sehr viel Geld verdienen. Andere Branchen werden sterben. Die Bedeutung von Gas, Öl und Kohle wird zurückgehen. Nun überzeugen Sie sich selber. Ich habe einige links zusammengestellt: Mit freundlichen Grüßen - Martin Löwen

Antworten