Die Zahlen von Karstadt-Quelle weit unter den Erwartungen
Investors Daily
vom 26. August 2002 18:00 Uhr
ENL5454
Der Unternehmenschef von Karstadt-Quelle (WKN 627500),Wolfgang Urban, hatte auf der Hauptversammlung im Juli noch erklärt, der Konzern könne einen Verlust von mehr als 120 Millionen Euro aufweisen. Ganz unrichtig war diese Aussage nicht, der Verlust liegt wirklich bei mehr als 120 Mio €, bei fast 300 % mehr.
Die 348 Millionen, die es letzen Endes wurden, übertrafen dann auch noch die durchschnittlichen Schätzungen der Analysten, die von 254 Millionen Euro ausgegangen waren. Trotzdem blieb der Ausverkauf aus. Das hatte zum einen damit zu tun, dass Karstadt-Quelle seit Anfang des Jahres bereits mehr als 50 % seines Wertes verloren hatte (von 45 € auf 22,5 €) und andererseits wohl mit der altbekannten Börsenweisheit: Buy the bad news (Kaufe die schlechten Nachrichten). So hielt sich der Kursverlust in Grenzen (10.30 Uhr: 21,50 €, –3,59 % FFM)
Die Karstadt-Quelle Zahlen spiegeln im Prinzip auch nur die bekannt schlechte Situation des gesamten Einzelhandels wieder. Nach eigenen Angaben leidet Karstadt-Quelle unter der allgemein vorherrschenden Kaufzurückhaltung der Konsumenten.
Erste Anleger spekulieren nun darauf, dass das Tief im Einzelhandel hiermit erreicht sei und es zumindest langfristig gesehen nur noch aufwärts gehen kann. Das konnte man nicht nur an den geringen Kursverlusten bei Karstadt Quelle erkennen, sondern auch an Metro.
Metro (WKN 725750) geriet am Anfang noch in den Kursstrudel der Karstadt-Quelle Zahlen hinein. Im Tief wies sie einen Verlust von –2,3 % (Tiefstkurs: 26,51 €) auf und war damit das Schlusslicht im Dax. Von da an startete Metro eine kleine Intradayrallye und rettete sich 1 Stunde später auf Plus 0,9 % (27,58 €). Das hatte natürlich auch etwas damit zu tun, dass Metro sich beeilte zu verkünden, sie halte an ihren Gewinnprognosen fest.
Sollten Sie also in einer der beiden Aktien investiert sein, können Sie demnach etwas beruhigter abwarten was weiter passiert. Vor Investitionen in diesem Bereich würde ich allerdings noch eine deutlichere Bodenbildung, beziehungsweise eine deutlichere Trendwende im Konsumverhalten abwarten.