Die Zahlen übertreffen immer wieder die Erwartungen
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Nebenwerte
vom 2. Februar 2010, 17:00 Uhr
ENL5462
war es nun die Überverkauftheit diverser Märkte, das Erreichen wichtiger charttechnischer Unterstützungen oder überraschend gute Zahlen - was auch immer letztendlich zu der Aufwärtsreaktion am Montag geführt hat, sie war bereits überfällig.
Der ISM-Index dringt in sehr hohe Bereiche vor
Interessant ist, dass in vielen Artikeln der starke Anstieg des ISM (Institute for Supply Management) -Index der Einkaufsmanager im verarbeitenden Gewerbe der USA als Begründung für die Erholung der Märkte herhalten muss. 58,4 Punkte nach 54,9 zuvor, das ist ein stolzes Ergebnis, der höchste Stand seit August 2004. Doch halt: Im August 2004 lief die Börse nicht mehr berauschend, der quälend lange Seitwärtsmarkt hatte bereits begonnen. Und richtig, ein ISM-Index in diesem Bereich um 60 Punkte hat in der Vergangenheit häufiger gezeigt, dass bereits ein ordentliches Maß an Euphorie herrscht, das meiste Pulver also kurzfristig schon verschossen ist.
Zudem ist der Index des verarbeitenden Gewerbes der USA auch insgesamt mit Vorsicht zu genießen. Denn angesichts schrumpfender Industrieanteile an der Wirtschaftsleistung in den USA wird dieser immer unwichtiger, der am Mittwoch zur Veröffentlichung anstehende ISM-Index des Dienstleistungssektors dafür umso wichtiger.
Die Berichtssaison verläuft besser als erwartet
Interessante Zahlen zur laufenden Berichtssaison der Unternehmen habe ich heute auch noch auf den Tisch bekommen. Die Landesbank Baden-Württemberg teilt mit, dass 69,5% der Unternehmen aus dem S&P 500 Umsätze über den Prognosen der Analysten berichtet haben. Beim Nettogewinn reichte es sogar noch einen Schnaps mehr: 75% lagen über den Prognosen. Doch trotz dieser immer wieder die Analystenschätzungen übertreffenden Zahlen befindet sich der Markt in einer ordentlichen Korrektur. Wie passt das zusammen?
Sie kennen ja sicher alle den Spruch: "Buy the rumour, sell the fact." Die Kurse preisten seit Monaten eine kräftige Erholung zunehmend ein. Jetzt, wo diese sich in den Wirtschaftszahlen widerspiegelt, werden erst einmal die Gewinne eingefahren. Dazu kommt, dass nach der erfolgten Erholung nun auch für die Anleger unangenehmere Themen auf die Tagesordnung kommen: Bei einer sich erholenden Wirtschaft gibt es keinen Grund mehr für rekordtiefe Zinsen. Ebenso könnte ein weiteres Gespenst dann wieder ins Blickfeld der Akteure geraten: die Inflation. Einen ersten Vorgeschmack darauf bietet bereits die jüngste Diskussion um kräftige Lohnsteigerungen im öffentlichen Dienst Deutschlands.
Zinsanstieg und drohende Inflation als künftiges Schreckgespenst
Auch die Preise der meisten Rohstoffe gerieten in der jüngsten Zeit etwas unter Druck. Die wirtschaftliche Erholung ist hier ebenso wie am Aktienmarkt zum größten Teil eingepreist. Jetzt leiden diese eher unter ihrer starken Korrelation zum US-Dollar. Dazu trägt nicht nur die klassische Beziehung des reinen Preisgefüges bei, sondern auch die seit Jahren zunehmende Anlage spekulativer Gelder am Rohstoffmarkt. Diese überwiegend auf Krediten beruhenden Anlagen müssen schnell abgezogen werden, wenn die Kredite teurer werden. Und eben dazu trägt bereits ein Anstieg des US-Dollars bei, der aufgrund der extrem tiefen Zinsen als Verschuldungswährung genutzt wurde. Das gleiche Spiel können Sie bei den Rohstoffaktien ebenso wie generell in den Schwellenländern beobachten. Sie sind im Fall einer Korrektur dann besonders schnell und stark betroffen. Doch genau das bietet Ihnen natürlich auch immer wieder eine günstige Einstiegschance nach einer Korrektur.
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