Die Woche beginnt mit "Up’s and Down’s"
Katja Kram in Insider Daily
vom 30. August 2010, 14:30 Uhr
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Wenn der Dow Jones schwächelt, dann fängt zwangsläufig auch der deutsche Leitindex an zu husten. Geht es an den amerikanischen Börsen hingegen nach oben, geht es sogleich auch dem deutschen Markt wieder bessern. Besonders eindrucksvoll zeigte sich dieses Phänomen am Freitag vergangener Woche.
Zeigte sich der DAX am Freitagvormittag noch eher antriebslos so kam mit Eröffnung der amerikanischen Börsen am Nachmittag Bewegung in die Märkte. Die Umsatzwarnung vom Chipriesen Intel für das dritte Quartal, statt 11,2 bis 12 Mrd. Dollar würden nur etwa 11 Mrd. Dollar an Umsätzen eingefahren, bestürzte die Anleger weltweit. Zudem stieg der von der Uni Michigan ermittelte Verbrauchervertrauens-Index nicht in dem Maße, wie von den Experten erwartet. Der Dow Jones ging kurzzeitig in die Knie und zog den DAX mit sich.
Bernanke verspricht weitere Finanzspritze für US-Konjunktur
Für einen Stimmungswechsel sorgt dann aber US-Notenbankchef Ben Bernanke. Er deutete an, dass die Fed für weitere Unterstützungsmaßnahmen für die Konjunktur bereit stehe. Der Dow Jones änderte abrupt die Himmelsrichtung von Süden nach Norden. Dank des Stimmungswechsels in den USA verabschiedete sich das deutsche Börsenbarometer mit 5.951 Punkten rund 0,65% im Plus ins Wochenende. Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Freitag bei 10.150,65 Punkten mit einem Plus von 1,65%.
Leider hielten die Versprechen von Ben Bernanke nicht lange vor. Der DAX startete heute zunächst recht zuversichtlich. Dank positiver Vorgaben auch aus Asien startet der Leitindex freundlich in die Woche und visierte kurzzeitig die 6.000er Marke an. Allerdings verließ im Lauf des Vormittags die Anleger der Mut. Zur Stunde notiert der DAX bei 5.930 Zählern wieder im Minusbereich. Nur die Versorger-Aktien hatten bei Anlegern gute Karte.
Dank Merkel-Aussage sind Versorger-Aktien wieder gefragt
Nachdem sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Fernseh-Interview für eine Verlängerung der Laufzeit der Atomkraftwerke von zehn bis 15 Jahren ausgesprochen hatte sind heute die Versorger-Aktien, allen voran E.ON und RWE in aller Munde. Ein Händler bezeichnete diese Aussage als positiv für die Versorgeraktien, da in diesen wohl eher eine kürzere Laufzeitverlängerung eingepreist sei. Die Aktien von E.ON und RWE zählen heute zu den Gewinnern im DAX.
Infineon verkauft Wireless für 1,1 Mrd. Euro
In aller Munde ist heute auch die Transaktion zwischen Infineon und Intel. Der Halbleiterkonzern aus München verkauft seine Handychipsparte an den US-Branchenriesen Intel. Wie Infineon mitteilte, ist das Geschäft den Amerikanern etwa 1,4 Mrd. US-Dollar, umgerechnet rund 1,1 Mrd. Euro in bar wert. Bis Ende März soll die Transaktion abgeschlossen sein. Nach Aussage von Infineon-Chef Peter Bauer, sei der Verkauf eine strategische Entscheidung, damit sich der Konzern wieder auf Hauptgeschäft der Auto- und Industrielektronik sowie Chipkartentechnik konzentrieren könne. Allerdings verliert der Konzern mit dem Verkauf von Wireless auch einen wachstumsstarken Umsatzbringer. Der Kurs der Aktie ging heute im Verlauf des Handels in die Knie. Wie ein Händler vermutet sind die Anleger damit beschäftigt erst einmal Gewinne mitzunehmen.
Ich wünsche Ihnen eine gute Börsenwoche.
Ihre
Katja Kram
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