Die wirtschaftliche Theorie hinter den Regierungsausgaben
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 27. Januar 2010, 07:30 Uhr
ENL5462
Obama sagt, die Regierungsvertreter hätten zwei Millionen Stellen gerettet. Aber die Kosten, für jeden geretteten Arbeitsplatz lagen bei bis zu 65 Millionen Dollar, meinen nicht sehr präzisen Berechnungen zufolge.
War das die Sache wert?
Ich habe mich in der Vergangenheit bereits dazu geäußert, warum Arbeitsplätze, die von der Regierung geschaffen werden, nicht das Gleiche sind, wie Arbeitsplätze, die im privaten Sektor geschaffen werden. Sie werden nie vom Markt getestet, man weiß nie, ob sie die Sache wert sind und ob sie wert sind, bewahrt zu werden. Tragen sie zur Summe des menschlichen Vermögens und zum Glück bei... oder senken sie es? Niemand kann das sicher wissen.
Eine Sache ist aber seltsam und beachtlich zugleich: Die modernen Wirtschaftswissenschaftler ziehen sogar Arbeitsplätze vor, die die Sache NICHT wert sind.
In den verdrehten Köpfen der Wirtschaftswissenschaftler besteht das Problem bei einer Krise darin, dass die Leute kein Geld ausgeben. Da sie kein Geld ausgeben, geht die Nachfrage zurück. Das Geheimnis dahinter, eine Krise zu vermeiden, ist, ihrer Meinung nach, dass man die private Nachfrage durch staatliche Nachfrage ersetzt.
Kinderleicht, was?
Die Regierung gibt einfach mehr Geld aus. Und weil sie kein Geld mehr hat, das sie ausgeben kann, (praktisch jede Regierung weltweit hat bereits ein Defizit), leiht sie die notwendigen Finanzmittel. Und so steigt dann die Nachfrage. Und so schaffen die Regierungsvertreter die nächste Blase - bei den Staatsschulden.
Was passiert aber, wenn die von der Regierung finanzierten Konjunkturprogramme tatsächlich Güter und Dienstleistungen hervorbringen, die die Leute wollen? Ach... das wäre ein Problem. Denn in einer Krise, gibt es zu viel Angebot und nicht genug Nachfrage. Die Preise brechen ein und das ermuntert die Leute dazu, Ausgaben hinauszuzögern. Das Letzte, was die Regierungsvertreter also wollen, ist ein größeres Angebot. Sie wollen mehr Nachfrage aber WENIGER Angebot. Das bedeutet, dass ein ideales Regierungsprojekt ein solches ist, das nicht produziert, was irgendwer gerne hätte. Ein gutes Beispiel sind die Militärausgaben. Man könnte auch Löcher graben lassen und diese anschließend wieder zuschütten lassen. Oder man schafft Behörden und Ämter, die Menschen anstellen, die nichts tun.
Es wirkt auf mich so, als würde praktisch jedes Regierungsprogramm mit dieser Rechnung übereinstimmen.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von aufmerksamer leser (27.01. 2010 09:14 Uhr):
Bei uns in Österreich sagte einmal ein führender Politiker dazu: Mir sind ein paar Millionen mehr Schulden lieber als 1 Arbeitsloser. Zitat "Bruno Kreisky" in den 70er. An den Schulden von damals zahlen wir noch heute. Dazu muss man jedoch wissen, dass einer seiner Einflüsterer der jetzige Salzbaron und damalige Finanzminister Hannes Androsch meinte: Ich habe gesagt, ich zahle lieber Investitionen für die Zukunft und halte Leute beschäftigt, als für die Arbeitslosenunterstützung aufzukommen und noch dazu weniger Lohnsteuer und Pensionsversicherungsbeiträge einzuheben.
Antworten - Kommentar von Schneider (27.01. 2010 09:51 Uhr):
Ich frage mich nur, wie lange lassen sich das die Menschen noch gefallen? Es kann doch nicht sein, dass das alle für Gut halten. Wie schlecht können Menschen eigentlich noch sein und das alles tatenlos hinnehmen? Hat denn keiner mehr Selbstachtung vor sich und keinen Stolz mehr?
Antworten - Kommentar von M Schlagmüller (27.01. 2010 10:36 Uhr):
Die Berechnung mit den 65 Millionen pro Arbeitsplatz ist wahrscheinlich wirklich nicht sehr präzise, denn das würde bedeuten, dass da von Seiten des US-Staates ca. 130.000 Milliarden Dollar ausgegeben wurden, was völlig unmöglich ist... Der Wert pro Arbeitsplatz dürfte maximal bei 650.000 Dollar liegen...
Antworten - Kommentar von RW (27.01. 2010 12:10 Uhr):
Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen!!! Danke!
Antworten - Kommentar von Norbert Bartl (27.01. 2010 12:48 Uhr):
Das mit den Löchern graben passiert ja tatsächlich ab und zu, nämlich dann, wenn städtische Bedienstete Bäume pflanzen. Einer hebt das Loch aus, der zweite setzt den Baum ein und der dritte schüttet es wieder mit Erde zu. Wenn nun Arbeiter Nr. 2 krank ist, was ja bei städtischen Bediensteten vorkommt, tritt der anfanfs genannte genannte Fall ein.
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ENL5462
- Kommentar von Christoph Stein (27.01. 2010 18:44 Uhr):
Lieber Bill Bonner, in Ihrer heutigen Glosse schreiben Sie etwas sehr wichtiges: „Denn in einer Krise, gibt es zu viel Angebot und nicht genug Nachfrage.“ Leider ist dies nicht nur in einer Krise so, sondern dies ist der Normalzustand einer dynamischen Marktwirtschaft. Die Nachfrage hinkt immer dem Angebot hinterher. Man komme mir jetzt nicht mit dem Sayschen Gesetz. Dieses gilt nur in einer stationären Wirtschaft die sich im Gleichgewicht befindet. Der Kapitalismus ist aber weder stationär noch befindet er sich jemals im Gleichgewicht. Seine Dynamik führt dazu, dass stets mehr produziert wird, als gekauft werden kann. Ich kenne nur zwei Weisen mit diesem Problem umzugehen: Die des 19ten Jahrhunderts, das ein stabiles Geld und eine mässige Verschuldung hatte, dafür jedoch stetig wiederkehrende Krisen auf den Gütermärkten und die Revolution im Souterrain und unsere heute Lösung: Schuldenfinanzierte Nachfrage, relativ friedliche und zufriedene Leute und dafür stetig wiederkehrende Schuldenkrisen. Eine dritte Variante ist mir nicht bekannt. Ihr Christoph Stein
Antworten - Kommentar von medionaldi (27.01. 2010 18:46 Uhr):
Man hätte es nicht treffender ausdrücken können, Herr Bonner. Man tut das Falsche, nach dem Motto: Hauptsache man tut was. Meine Frage ist: Wo ist derjenige, der die Autorität hat, diesen wirtschaftspolitischen Wahnsinn zu stoppen? Ich sehe niemanden, auch nicht jenseits des Horizonts. Dieses politische System blockiert die menschliche Vernunft.
Antworten - Kommentar von Hedda Phonphai (27.01. 2010 19:39 Uhr):
Lieber Herr Bonner. Diese Ideen habe ich in eine Handelsakademie in 1965 in Norwegen kennengelernt. Das Fach hiess Sozialökonomie. Es ging wie gesagt um Betätigung, aber nicht unbedingt um schaffen von Werte. Z.B ein Hügel von Material zu errichten, und dannach wieder abtragen, und nochmals errichten. Kein Scherz, weiß aber leider nicht mehr welcher Lehrbuch es war. Hat mich damals sehr gewundert. Aber wenn man bedenkt wie viele Leute etwas "soziales" studiert haben damals, vielleicht doch nicht so verwunderlich. Mit den besten Grüßen. Hedda Phonphai
Antworten- Antwort von aufmerksamer leser (27.01. 2010 20:26 Uhr):
einer davon war sicher der ehemalige bundeskanzler bruno kreisky.
- Antwort von aufmerksamer leser (27.01. 2010 20:26 Uhr):
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