Die wichtigsten Konjunkturdaten in dieser Woche
Ronald Gehrt in DAX Daily
vom 17. Juli 2007 08:30 Uhr
ENL5454
Das hier ist nun die wichtigste Woche des Monats – was die Konjunkturdaten angeht sicher, was die Aktienmärkte und die Quartalsbilanzen angeht wahrscheinlich. Zunächst dürften aber die Konjunkturdaten dominieren: Zu Inflation und Immobiliendaten erhalten wir jetzt die ersten Daten für den Juni.
Montag, 16. Juli 2007 (Nachtrag)
14:30 Uhr: New York Empire State Index für Juli
Wie üblich kamen wenige Tage vor dem bekannteren Philadelphia Fed Index die Konjunkturklima-Daten für die Region New York. Nach einem überraschend festen Niveau im Juni (25,8), welches eine auf einmal wieder prosperierende Wirtschaft andeutete, gingen die Analysten im Vorfeld davon aus, dass dieses relativ hohe Level nicht gehalten werden könne und setzten ihre Prognosen in den Bereich 15 – 17. Aber:
Es wurde eine Steigerung zum Vormonat auf stattliche 26,5. Das ist gut, vor allem, weil entscheidende Unterindizes in die richtige Richtung liefen. So stiegen die Auftragseingänge an, während die Lagerbestände ebenso wie die (inflationsindizierende) Komponente der bezahlten Preise fielen.
Dienstag, 17. Juli 2007
14:30 Uhr: US-Produzentenpreise für Juni
Zuletzt lief es wie üblich: Die Kernrate ohne den Preistreiber Energie stieg kaum (Mai +0,2%), die Gesamtrate aber markant (Mai +0,9%). Das war mehr als erwartet – doch diesmal soll auch die Gesamtrate, also inklusive Energiepreise, nur in moderatem Rahmen gestiegen sein:
Für die Kernrate wird ein Anstieg um +0,1% bis +0,2% erwartet, für die Gesamtrate ebenfalls nur ein Plus von +0,2%. Ob das hinhaut ... angesichts der zuletzt mal ein paar Wochen wieder rückläufigen Benzinpreise denkbar, aber ich würde kein Haus drauf bauen.
15:15 Uhr: US-Kapazitätsauslastung und Industrieproduktion im Juni
Zwei klassische Konjunkturdaten aus dem Industriebereich, die ein Abbild der aktuellen Lage im produzierenden Gewerbe geben. Zuletzt dachte man, es ginge wieder hurtig voran, nachdem hier sehr feste Daten im April kamen. Doch die wurden im Mai nach unten korrigiert. Und die letzten Daten, sprich vom Mai selbst, waren weniger lustig: +/- 0 bei der Industrieproduktion und eine Kapazitätsauslastung von 81,3%. Für Juni hofft man auf einen Anstieg der Industrieproduktion um +0,3 bis +0,4% und einen Anstieg der Kapazitätsauslastung auf 81,5%.
Mittwoch, 18. Juli 2007
14:30 Uhr: US-Neubaubeginne und Baugenehmigungen für Juni
Seit Jahresbeginn unterliegen zwar Baugenehmigungen und Neubaubeginne zwar extremen Schwankungen, aber die Tendenz blieb klar abwärts gerichtet. Für Juni erhofft man sich (m.E. zu Recht) keine nennenswerte Verbesserung der Lage. Für die Baugenehmigungen wird ein Niveau von 1,49 – 1,50 Millionen (nach 1,52) erwartet, für die Neubaubeginne sollen es 1,45 – 1,46 Millionen (nach 1,475) sein.
14:30 Uhr: US-Verbraucherpreise für Juni
Auch bei den Verbraucherpreisen rechnen die Experten nicht mit nennenswerten Verwerfungen. Die Prognose lautet für die Gesamtrate auf +0,1% (nach +0,7% im Mai) und auf +0,2% (nach +0,2%) in der Kernrate, welche die Preise für Energie und Nahrungsmittel (also mit die wichtigsten Elemente der Lebenshaltung) herausrechnet.
16:30 Uhr: Wöchentliche Öl-Lagerbestandsdaten in den USA
Das Nordsee-Öl notierte zu Wochenbeginn auf neuen Rekordständen, US-Öl erreichte Kurse über 74 Dollar. Wie weit kann es noch nach oben gehen? Die Probleme der Benzinversorgung in den USA sind bekannt, die Furcht vor Hurrikans nun wohl auch eingepreist, ebenso die instabile Lage beim Ölförder-Riesen Nigeria.
Ich denke, dass hier erneut schwache Benzin-Lagerbestände oder eine erneut fallende Kapazitätsauslastung bei den US-Raffinerien für einen weiteren Aufwärtsschub sorgen können ... aber es dürfte wohl nicht dazu kommen, dass sich das Rohöl mittelfristig auf diesem Niveau festsetzen wird. Dennoch: Für die nächsten acht Wochen kann es jederzeit noch zu höheren Kursen kommen. Warten wir ab, was die Daten am Mittwoch bringen.
Donnerstag, 19. Juli 2007
18:00 Uhr: Philadelphia Fed-Index (Philly-Fed) für Juli
Der Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia (Philly-Fed Index) zeigt die Lage verschiedener konjunktureller Elemente in einer der wirtschaftlich wichtigsten US-Regionen (Philadelphia) und wird daher von den Marktteilnehmern stark beachtet.
Nachdem diese Indikation monatelang nahe an der Nulllinie vor sich hin vegetierte, sahen wir für Juni plötzlich einen markanten Anstieg auf 18,0. Per Montag schätzten die Analysten zwar einen Rücksetzer auf 13,0, doch da waren die überraschend guten Werte des New York Empire State Index noch nicht bekannt. Es kann durchaus sein, dass auch der Philly-Fed-Index gut ausfällt.
20:00 Uhr: Protokoll der letzten US-Notenbanksitzung
Wie immer gibt es zwischen zwei Fed-Sitzungen das ausführliche Protokoll der letzten Sitzung. Die Experten werden wieder jedes Komma nach Hinweisen darüber umdrehen, was die Notenbanker über das meist ja wenig aussagekräftige Statement nach der Sitzung hinaus wirklich denken. Ich werde mich wie immer für Sie zwischen die Zeilen stürzen!
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