Die wichtigsten Konjunktur- und Unternehmensdaten in dieser Woche
Ronald Gehrt in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 23. Oktober 2007 07:30 Uhr
ENL5454
„Mal sehen, ob sich bis zum Ende der Woche ein Stimmungswandel vollzieht oder nicht“ war meine Aussage hinsichtlich Konjunktur- und Unternehmensdaten der Vorwoche. Wenngleich an den Börsen nichts unumkehrbar und endgültig ist, sieht es doch so aus, als wäre genau das passiert. In dieser Woche sind die neuen Konjunkturdaten nicht übermäßig zahlreich, dafür kommen aber noch einige „dicke Brummer“ mit ihren Quartalsbilanzen:
Dienstag, 23. Oktober 2007
11:00 Uhr: Auftragseingänge Industrie in Europa (September)
US-Quartalsbilanzen:
Amazon.com (Prognose 0,18 USD/Aktie), AT&T (Prognose 0,71 USD/Aktie), Du Pont (Prognose 0,52 USD/Aktie).
Mittwoch, 24. Oktober 2007
16:00 Uhr: US-Verkäufe gebrauchter Eigenheime im September
Die ersten September-Daten zum US-Immobilienmarkt waren miserabel ... und man befürchtet nun, dass sich das nun auch langsam deutlicher auf den „Gebrauchthaus“-Markt ausweitet. Nach 5,50 Millionen verkauften Häusern im August wird nun mit einem Rückgang um –3,5 bis –4,5% auf 5,2 bis 5,3 Millionen gerechnet. Wichtiger jedoch wird der durchschnittlich erzielte Preis und die Zahl der angebotenen, aber bislang nicht verkauften Häuser sein. Details hierzu am Donnerstag nach der Veröffentlichung.
16:30 Uhr: Wöchentliche Öl-Lagerbestände in den USA
Die Lagerbestände bei Rohöl, Heizöl und Benzin sind in den USA zwar zuletzt gestiegen, aber das Problem liegt woanders. Die kalte Jahreszeit naht, damit ein klar höherer Bedarf ... und die Kapazitätsauslastung bei den US-Raffinerien lag zuletzt nicht wie üblich bei 93-94%, sondern bei erschreckend niedrigen 87,3%. Damit wird es im Winter knapp, denn die Auslastung ist so niedrig, weil die Raffinerien uralt sind und damit oft ausfallen. Das ist ein Problem, das dem Ölmarkt vorerst erhalten bleibt.
US-Quartalsbilanzen:
Amgen (Prognose 1,03 USD/Aktie); Merrill Lynch (Prognose -0,45 USD/Aktie).
Donnerstag, 25. Oktober 2007
10:00 Uhr: ifo Geschäftsklimaindex für Oktober
Um 10:00 Uhr steht die Veröffentlichung der Zahlen zum deutschen ifo Geschäftsklimaindex für Oktober an. Diese Daten sind für den deutschen Aktienmarkt recht wichtig. Bei diesem Stimmungsindex werden die Unternehmen zu ihrer Einschätzung der Lage befragt. Dabei geben ca. 7.000 Unternehmen aller Branchen und Größen ihre Noten zur aktuellen Lage und ihren Erwartungen für die kommenden sechs Monate ab.
Die Werte bröckelten zuletzt von Rekordwerten im Frühsommer ab ... was bislang auch nicht überraschen durfte. Besser als „hervorragend“ – das ist schwerlich zu schaffen. Allerdings beginnt das Bild langsam auch die Optimisten nachdenklich zu stimmen ... es bröckelt etwas zu sehr. Im August und September hatte sich der ifo wieder etwas stabilisiert, aber ich würde mich nicht wundern, wenn der nun anstehende Oktober-Wert wieder einen etwas deutlicheren Schritt nach unten mit sich brächte.
14:30 Uhr: US-Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter im September
Immer mehr verlagert sich das Wirtschaftswachstum der USA auf den Dienstleistungssektor. Die klassische Industrie hingegen ist auf dem Rückzug – man importiert lieber billigere Waren. Dass sich diese Entwicklung fortsetzt, zeigen die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter recht gut: Die Wachstumsraten werden zusehends kleiner.
Das problematische an diesen Daten ist, dass sie stark schwanken. Einzelne Monate können keinen Trend begründen. Nach einem starken Anstieg im Juli ging es im August prompt genauso deutlich wieder nach unten. Nun liegen die Prognosen im Bereich zwischen +1,5% und +2,0% ... aber das kann ohne weiteres deutlich mehr – oder deutlich weniger – werden.
16:00 Uhr: US-Neubauverkäufe im September
Gerade die Neubauverkäufe sind ein gutes Abbild der Lage für den Immobilienmarkt einerseits und für die Befindlichkeit der Konsumenten andererseits. Und gerade dieser Wert stürzte in den letzten Monaten fast haltlos ab. Mit 795.000 wurde im August ein neues Verlaufstief erreicht, das gemäß der Prognosen nun erneut unterschritten werden soll: Erwartung 780.000 bis 785.000 Einheiten. Aber: Es kann jederzeit auch mal zwischendurch nach oben gehen ... was aber den abwärts gerichteten Trend nicht brechen würde. Sollten es also mehr Verkäufe werden, dürfte die Freude darüber kaum mehr als eine Eintagsfliege sein.
US-Quartalsbilanzen:
Aetna (Prognose 0,91 USD/Aktie), EMC (Prognose 0,17 USD/Aktie), KLA-Tencor (Prognose 0,77 USD/Aktie), Microsoft (Prognose 0,39 USD/Aktie), Motorola (Prognose 0,04 USD/Aktie).
Freitag, 26. Oktober 2007
US-Verbrauchervertrauen, erhoben v.d. Uni Michigan, endgültiger Wert Oktober
Das Verbrauchervertrauen fiel zuletzt, trotz Aktienmärkten auf Rekordniveau und immerhin 10% unter den Jahreshochs liegenden Benzinpreisen. Da diese beiden Elemente für die US-Verbrauchervertrauens-Daten eine große Rolle spielen, ist das einigermaßen erstaunlich und ein Warnsignal. Nach einem vorläufigen Wert von 82,0 zur Monatsmitte erwartet man nun ein gehaltenes Niveau. Wenn es weniger würde, dürften die Börsen negativ reagieren.