Die weltweite Nachfrage nach Reis steigt in 2008
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 07. Januar 2008 20:45 Uhr
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Liebe Leser,
bereits am 6. Dezember berichtete ich von der gegenwärtigen engen Nachfrage-und Angebotssituation auf dem Reismarkt. Damals hatte der Märzfuture an der CBOT bereits ein neues Allzeithoch bei 13,45 US-Dollar pro Zentner erreicht.
Doch abzusehen war zudem, dass der Aufwärtstrend noch weiter anhalten würde.
CBOT Reis so teuer wie nie
In der vergangenen Woche erreichte Rough Rice zur Lieferung im März an der CBOT, ebenfalls im Zuge der massiv starken Preisentwicklung der anderen Grains, einen Rekordpreis von 14,59 US-Dollar pro Zentner am 3. Januar.
Gegenwärtig notiert der Kontrakt bei 14,27 US-Dollar pro Zentner.
Philippinen sorgen vor und verringern die weltweiten Reislagerbestände weiter
Die globale Angebotssituation ist sowieso schon bedenklich. Missernten aufgrund widriger Wetterbedingungen und Ungezieferbefall, gekoppelt mit einer steigenden Inflationsrate und steigenden Preisen haben die Exportmöglichkeiten des bislang zweitgrößten Reisproduzenten weltweit, Vietnam geschmälert.
Ebenso verhält es sich mit Indien, dem bislang drittgrößten Reisproduzenten weltweit. Hier führten Dürren zu einer Verringerung des Angebots und zu der schlussendlichen Entscheidung der indischen Regierung die Reisexporte, mit Ausnahme von Basmati, zunächst auszusetzen.
Die USDA prognostiziert für das Ende des Wirtschaftsjahres 2007/08 im Juli die niedrigsten weltweiten Reislagerbestände seit 1983/84 bei 72,2 Millionen Tonnen.
Wie ich bereits im Dezember berichtete, konnten aufgrund des Ausfalls der beiden großen Reisexportnationen Vietnam und Indien, sowohl Thailand als auch die USA Marktanteile zurückgewinnen. Gegenwärtig stehen diese beiden Nationen nun also dafür die weltweit wichtigsten Reisversorger geworden zu sein. Und die USDA gab bereist im vergangenen Monat bekannt, es seien bereits 59 % der gesamten für das Wirtschaftsjahr 2007/08 vorgesehenen Exportmenge verkauft worden.
Nun haben die Philippinen noch einen drauf gesetzt! In der vergangenen Woche wurde bekannt gegeben, dass das Land für Ende Januar den Kauf weiterer 550.000 Tonnen Reis plane. Dies nachdem die Philippinen bereits im vergangenen Monat über 422.000 Tonnen aufgekauft hatten.
Die Philippinen versuchen damit vorzusorgen und einem sich weiter fortsetzenden starken Trend zuvorzukommen. Ein Verantwortlicher der „Nationalen Behörde für Lebensmittel“, Vic Jarina, sagte letzte Woche in einem Interview man gehe davon aus, dass künftig noch wesentlich mehr Käufer auf den weltweiten Markt kämen und dies könnte die Reispreise in diesem Jahr noch weiter nach oben treiben.
So versuchen die Philippinen also lediglich noch zu kaufen bevor es noch teurer wird. Bestens für US-Reis, auf den die Philippinen durchaus zurückgreifen könnten, nachdem das Land sonst hauptsächlich Reis vom gegenwärtig gebeutelten Vietnam kauft. Doch selbst wenn die Philippinen eher durch Thai-Reis substituieren sind die Auswirkungen auf die US-Reispreise spürbar.
Die USDA geht überdies davon aus, dass die Philippinen bis zum Ende des Wirtschaftsjahres insgesamt 1,8 Millionen Tonnen an Reis importieren werden, ungeachtet der großen Importmenge des vergangenen Jahres. Damit, so die USDA, werden sich bis zum Ende des Wirtschaftsjahres die weltweiten Reislagerbestände noch weiter verringern.
Und damit nimmt auch der Druck auf die US-Farmer zu, ihre Anbaufläche für Reis auszuweiten. Doch die US-Farmer werden diesem Druck nur dann nachgeben, wenn die Preise hoch genug sind und sich der wesentlich teurere Reisanbau lohnt, im Vergleich zu den anderen Getreiden die ebenfalls mit attraktiven Preisen locken.
Die Nachfrage nach Reis steigt weltweit
Die USDA prognostiziert für dieses Jahr mit einer gesamten Handelsmenge von 29,6 Millionen Tonnen an Reis die höchste jemals. Diese Handelsmenge entspricht einem Anstieg von 3 % gegenüber dem Vorjahr.
Und dies nicht nur, weil Produzentenstaaten ebenfalls stärker auf Importe zurückgreifen müssen und die aufstrebenden mit steigendem Wohlstand ausgestatteten asiatischen Schwellenländer ihren Konsum erhöhen.
Es handelt sich hierbei auch um eine Substitution der bereits sehr teuren anderen Grains, wie zum Beispiel des knappen Weizens. In den Philippinen ist dies gegenwärtig der Fall. Die momentan massiv hohen Weizenpreise, geben dem Reis eine verstärkte Wettbewerbsfähigkeit zurück.
Die globale Versorgungslage, gekoppelt mit der steigenden weltweiten Nachfrage könnte also durchaus für weiterhin hohe Reispreise sprechen.