Die Welt spielt verrückt – Teil 2 von 2
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 19. Januar 2011, 07:30 Uhr
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Ich möchte auf das Buch Lords of Finance" zurückkommen - und die darin beschriebenen Zentralbanker. Engländer, Franzosen, Amerikaner, Deutsche.
Zumindest der Franzose - Moreau - hatte richtige Prioritäten. Er mied die internationalen monetären Konferenzen, damit er zur Eröffnung der Jagdsaison zu Hause war und außerdem Bürgermeister seines Heimatdorfes St. Leomer werden konnte - mit ungefähr 200 Einwohnern. Später gab er seinen Posten bei der Zentralbank komplett auf, um mehr Geld bei der Bank of Paris zu verdienen.
Sein deutsches Gegenstück, Hjalmar Schacht, wäre auch besser jagen gegangen. Stattdessen förderte er Hitler. Aber das erst, nachdem er das deutsche Problem der Hyperinflation gelöst hatte, wofür er berühmt geworden war.
Das Problem mit der Mark war offensichtlich. Es gab zu viele; Schachts Vorgänger von Havenstein hatte schon vor 9 Jahrzehnten quantitative easing" betrieben. Schacht übernahm dessen Posten und führte am 20. November eine neue Währung ein: Die Rentenmark.
Von Havenstein fiel am selben Tag tot um. Zumindest war Herr Schacht ein intelligenter Mensch. Wie Norman hatte er gelegentlich ehrliche Augenblicke und sagte z.B.: Die gesamte moderne Welt ist verrückt...jeder ist verrückt", sagte er. Und so bin ich es auch..."
Aber die bemerkenswerte Sache ist die Schlussfolgerung von Ahamed. Auf 502 Seiten wird beschrieben, wie Zentralbanker und Ökonomen wie Enten quaken. Auf Seite 503 offenbart der Autor, dass er taub ist. Er teilt uns mit, dass die Welt dank dieser Leute ein besserer Ort geworden ist. Alle vorigen Seiten sprechen dagegen. Nichts davon hat den Output der Welt um einen einzigen Sou oder Pfennig erhöht.
Nehmen wir Mr. Strong. Wären die Dinge besser gewesen, wenn er nicht 1928 gestorben wäre, wie der Autor meint? Er ist der Ansicht, dass Strong 1931 stärker interveniert hätte, und ein allgemeines Bankensterben verhindert hätte. Er scheint die Lektion seines eigenen Buchs nicht verstanden zu haben - dass nämlich faule Schulden in der Tat schnell sterben sollten. Nebenbei gesagt - es war Ben Strong, der mehr als alle anderen für die Weltwirtschaftskrise verantwortlich war. Er senkte 1927 die Zinsen, obwohl da schon der Aktienmarkt heiß lief. Einer der teuersten Fehler (der Fed) oder jedes anderen Bankensystems" sei das gewesen, so Adolph Miller vor dem US-Kongress im Jahr 1931.
Dieser Fehler führte zu einer Spekulationsblase - die wiederum platzte, und die Nachfolger von Ben Strong weigerten sich, die faulen Schulden sterben zu lassen. Das wiederum führte zu einer langen Depression.
Good work, boys.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von wasserturm (19.01. 2011 13:28 Uhr):
Sehr geehrter Herr Bonner, Ihre Situationsgemälde entsprechen m.E. nicht Fotografien sondern eher Bildern von Expressionisten. Ausschnitte, die gelegentlich vielleicht etwas grell wirken, aber zentrale Punkte ansprechen. Damit nicht nur zum Nachdenken anregen sondern auch noch unterhaltsam sind. Prima. Und erfrischend. Aber ein bisschen muss man dabei schon auf der Hut sein. Vielen Dank.
Antworten- Antwort von Peter Harting (20.01. 2011 01:28 Uhr):
Werter Wasserturm, ich stimme Ihnen gerne zu, aber glauben Sie, der von Ihnen Kommentierte erhält oder liest hre Frage? Diese Blogs hier dienen in erster Linie uns Lesern zur Unterhaltung und gelegentlichen Kenntnisverbesserung. Das schreibe ich auch in der Hoffnung, dass Andere das lesen und sich ggf. eher an die Mitleser als an den Autor wenden. Diesem kann man über die Verlags-Adresse was (Englisches) mailen.
- Antwort von Theodor Lay (20.01. 2011 10:18 Uhr):
Sehr geehrter Herr Bonner, als Resümee von ihrem Artikel könnte man die Volksweisheit zitieren, „Geld verdirbt den Charakter des Menschen“! . Nach allem was in der Welt so passiert, trifft diese Aussage immer zu. Würde das Geld wirklich nach seiner ursprünglichen Bestimmung Verwendung finden, so wäre diese Gefahr nicht gegeben. Die ursprüngliche Bestimmung war eigentlich eine gerechter Leistungsausgleich für alle eingebrachten Arbeiten und Dienstleistungen die dem Wohle des großen Ganzen dienen. So gesehen wäre das Geld ein sehr positiver Nutzen, doch sowohl das zu wenig wie auch das Zuviel wird immer das Negative unterstützen. Man könnte das Ganze mit dem grandiosen Wirtschaftssystem unseres physischen Körpers vergleichen, indem das Blut das Geldsystem des Körpers ist. Hier zeigt sich ganz deutlich ein Zuviel und ein zu Wenig des Blutes von schwerem Schaden für das gesamte System. Ein gesunder und intakter Körpermechanismus sorgt peinlich genau für exakt die richtige Menge des Blutes, damit alle Zellen des Gesamtstaates gut versorgt und damit ihre Aufgaben folgerichtig vollbringen können. Wir tragen also das beste vorbildliche Idealsystem immer mit uns herum, doch nehmen es nie ernsthaft in unserem Denken und Handeln war, eigentlich äußerst traurig. Genauer hingeschaut und verinnerlicht zeigt es nämlich genau die richtigen Schritte und auch unsere Eigenverantwortung auf, die dafür Notwendig wären. Doch besonders Diejenigen, welche so laut in der Gesellschaftlich sich moralisch aufplustern, öffentlich Verantwortung übernehmen, versagen am Aufbau einer gesunden Infrastruktur, damit eine bessere, gerechtere Lebensgemeinschaft entstehen kann. Besonders die Egoismen holen sie immer wieder ein, ein Kreislauf der bis heute noch nicht gebrochen ist. Doch man kann immer nur von neuem hoffen, dass die bitteren Erfahrungen daraus, auch endlich einmal positive Früchte zeitigen. Mit herzlichen Grüßen Theodor Lay
- Antwort von Peter Harting (20.01. 2011 01:28 Uhr):