Die Welt geht den Bach runter
Investors Daily
vom 29. August 2002 18:00 Uhr
ENL5454
Vergessen Sie den Markt und den Krieg gegen den Terror ... die ganze Welt könnte in Gefahr sein. Ein Leser teilte mir mit, dass es mit der Welt zwar generell aufwärts gehen könnte – aber nicht mit dem Platz, an dem er wohnt. Und das ist letztlich seine Welt.
Der Mann wohnt in Kanada. Im nördlichen Teil schmilzt das Eis, was negative Auswirkungen auf die Tierwelt und die dort lebenden Eskimos (Inuit) hat.
Die Perma-Frost-Gebiete wandern immer mehr gen Norden, was zahlreiche Infrastruktur-Probleme verursacht. Pipelines, Straßen und Gebäude, die bis jetzt auf solidem Dauerfrostboden standen, versinken nun teilweise im Morast!
Der Mann teilte mir mit, dass in Kanada derzeit die größte Dürre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen stattfindet. Die Getreidefarmer und Viehzüchter verlangen, dass der nationale Notstand ausgerufen wird. Ein staatliches Hilfsprogramm ist bereits angelaufen. Das Frischwasser verdunstet, ohne wiederaufgefüllt zu werden.
Während Deutschland sich gerade von der Flutkatastrophe zu erholen beginnt, sind die Wasserstände in den kanadischen großen Seen so niedrig, dass viele Schifffahrtslinien dort in Gefahr sind. Frachter berühren gelegentlich schon den Boden der Seen. Und die vorgeschlagene Lösung – das Ausbaggern von tieferen Fahrrinnen – wird nur dazu führen, dass noch mehr Wasser aus den Seen hinausläuft.
"Ich weiß", so der Mann, "dass ich heute lieber nicht rausgehen sollte (wie gestern, oder Morgen). Die Hitze und die hohen Ozon-Werte sind einfach zuviel für die Gesundheit. Wenn ich trotzdem rausgehe, dann muss ich mich mit Sonnencreme dick einschmieren, damit ich keinen Hautkrebs bekomme. Die Ozon-Schicht hat hier nämlich ein dickes Loch."
Andere Beispiele für den Klimawechsel gibt es jeden Tag im Fernsehen, wie zuletzt eben in Deutschland, Tschechien, Österreich. Bitte denken Sie daran, dass es sich hier höchstwahrscheinlich nicht um normale Ereignisse handelt – das Klima ändert sich, weltweit.
Zwar gibt es Vorschläge zur Verringerung des Treibhausgases (und anderer Schadstoffe), Stichwort Kyoto. Aber was nützt das, solange der größte Umweltschmutzfink, die USA, sich weigern, das Kyoto-Protokoll zu ratifizieren.
Klar gibt es Öko-Extremisten, die den schnellen Weltuntergang voraussagen und zu extremen Mitteln greifen wollen. Wenn man diese Menschen auch ablehnt, sollte man aber nicht gleichzeitig die Augen komplett vor den real existierenden ökologischen Problemen verschließen. Damit würde man sich nur ins eigene Fleisch schneiden.