Die Welt, die ich kenne

unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom


von unserem Korrespondenten Bill Bonner

Die Antwort ist "Nein".

Die Frage ist die, die ich letzte Woche gestellt hatte: Hat die Welt einen Goldpreis von 400 Dollar das letzte Mal gesehen?


Gestern fiel der Goldpreis noch einmal unter diese Marke.

Was mich diese Woche zu der Frage führt: Werden wir auch die 300 Dollar noch einmal sehen?

Was ich in Frage stelle, ist meine gesamte wirtschaftliche Weltanschauung ...

Ich denke, dass ich weiß, was vor sich geht. Aber es gibt mehr unter dem Himmel und auf der Erde, als selbst in meiner Philosophie enthalten ist. Gott teilt seine Pläne nicht mit uns. Stattdessen flüstert er uns nur kaum hörbar ins Ohr ... wenn wir halb schlafen oder halb betrunken sind ..."tu einfach das Richtige!"

Dann, wenn wir wach oder nüchtern werden, fragen wir uns ..."aber was ist das Richtige?"

Ich weiß es nicht.

Aber überall um mich herum sehe ich Leute, die Dinge tun, die wahrscheinlich nicht richtig sein können. Am Montag las ich, dass in den USA die Verkäufe von Häusern und die Vergabe von Hypotheken "Rekordwerte schlagen könnten", laut Bloomberg. Die Amerikaner können schon jetzt ihre Rechnungen kaum noch bezahlen. Wie kann es da Sinn für sie machen, sich neue Häuser zu kaufen und neue Hypotheken aufzunehmen?

Und ich entdecke, dass die Leute immer noch Aktien kaufen, die fast auf dem höchsten Niveau der Geschichte stehen ... ich will dazu nicht mehr sagen. Denn ich weiß auch nicht mehr als jeder andere, was die Aktienkurse tun werden, aber zu diesen Kursen noch zu kaufen, das kann doch nicht "das Richtige" sein.

Und in der aktuellen Ausgabe des Magazins "Economist" habe ich gelesen, dass nicht nur die Kleinanleger sehr leichtsinnig werden. Offensichtlich gehen auch die Banken in ihren Handelsabteilungen immer größere Positionen ein, in einer Weise, die "nicht unähnlich" der Weise ist, die die Genies des LCTM-Hedgefonds eingegangen waren ... bevor dieser Hedgefonds Milliardenverluste erlitt und sich in Luft auflöste.

Selbst die Ausländer können sich dieser Stimmung nicht widersetzen; wie die Fed berichtete, investieren sie weiterhin in US-Vermögensanlagen. "Abhängig davon, von wem man die Statistik erhält", schreibt mein Freund John Mauldin, "befinden sich 39–45 % der amerikanischen Staatsanleihen im Besitz von ausländischen Zentralbanken. Wenn man die Schulden des privaten Sektors mitberücksichtigt, dann ist dieser Prozentsatz noch größer. Und beim derzeitigen Niveau des Handelsbilanzdefizits würde dieser Wert in 5 Jahren auf 65 % wachsen."

"Die USA waren in den letzten paar Jahren für 96 % des weltweiten Wirtschaftswachstums verantwortlich. Deshalb können die ausländischen Nationen entweder den Dollar fallen lassen und damit weniger für ihre Produkte erhalten, oder sie können die fallenden Dollar nicht mehr akzeptieren, aber dafür müssten sie unter einer unausweichlichen Wachstumsabschwächung ihrer Volkswirtschaften leiden. Ersteres ermöglicht es ihnen, ihre Arbeitskräfte weiter produzieren zu lassen ..."

Ich weiß nicht genau, was vor sich geht, aber kaum ein Tag vergeht, an dem ich nicht mehr Hinweise erhalte Ich sehe es in der Weltwirtschaft ... in ihrem Geldsystem ... und auch in der Politik. Meiner Ansicht nach ist das Topp von einem Kreditzyklus erreicht. Die Leute scheinen erheblich zu zuversichtlich zu sein ... erheblich zu selbstgefällig ... erheblich zu sicher, dass sie das erhalten werden, was sie wollen – anstatt das, was sie verdienen.

Ich weiß nicht, wie diese Zuversicht zerstört werden wird. Aber meine Weltanschauung ... oder ist es meine Erfahrung ... sagt mir, dass sie irgendwann, irgendwie, irgendwo zerstört werden wird. Andernfalls wäre es eine noch verrücktere Welt, als ich denke. Die Dinge könnten steigen, ohne fallen zu müssen. Wir würden Sommer haben ... aber keinen Winter. Es würde das Gute geben, aber nichts Böses. Man könnte sich verschulden, ohne zurückzahlen zu müssen. Man könnte soviel trinken wie man will, ohne einen Kater zu bekommen ... und überall im Land würde aus den öffentlichen Brunnen Bier strömen.

Ich bin seit ein paar Tagen in der Paradieswelt von Nicaragua. Vielleicht hat sich alles verändert. Aber das ist nicht die Welt, an die ich mich erinnere.

In der Welt, an die ich mich erinnere, steigt der Goldpreis ... weil das smarte Geld weiß, dass irgendetwas schief läuft. Deshalb kaufen die institutionellen Anleger Gold, als Absicherung ... und sie freuen sich, wenn sie es billiger bekommen können.

Jetzt zu Eric Fry nach New York City:


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