Die Welt der Finanzen
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 1. Oktober 2009, 07:30 Uhr
ENL5454
Gegenüber, auf der anderen Seite des Flusses ist die "City" von London... wo die Finanzen der wichtigste Sektor sind.
... wo ernste Frauen und Männer sich bis spät in die Nacht in Glastürmen abmühen. Was tun sie dort?
Sehen Sie sich einmal diese Kurve an", sagt ein Kunde. Sie zeigt, mit wie viel man zu unterschiedlich hohem Schuldenniveau rechnen kann. Und jetzt sehen Sie sich diese Kurve an. Das ist das, was wir als Effizienz-Grenze" bezeichnen, an der das Verhältnis von Risiko und Lohn durch optimale Zuweisung von Anlagewerten optimiert ist."
Wow", sagt man dann, Sie müssen ja ziemlich kluge Jungs haben, die da für sie arbeiten."
Nun, wir tun unser Bestes", sagte der junge Mann bescheiden.
In einer normalen Wirtschaft, erfüllen die "Finanzen" eine wichtige Funktion. Sie tragen dazu bei, dass man die Leute zusammenbringt, die das Geld haben und die, die es brauchen. Aber selbst wenn man sich auf diesem Niveau bewegt, ist dieses Beschäftigungsfeld immer noch voller Bombast und Betrug.
Diese Zahlen, die den Kunden so zuversichtlich präsentiert werden, sind zu neun Zehntel Rauch und zu ein Zehntel Spiegel. In ihrem neuen Buch bestätigen Rogoff und Reinhart eine Überlegung, die von meinem Freund Nassim Taleb angestellt wurde: sowohl die Theorie als auch die Praxis der modernen Portfolioanalyse haben ihre Macken.
Die Theorie hat ihre Macken, weil die Leute nicht zuverlässig sind. Sie reagieren nicht immer so, wie die Modell vorhersagen. Was sie in der Vergangenheit taten, ist nicht notwendigerweise das, was sie auch in der Zukunft tun werden. Und die Praxis hat ihre Macken, weil sich die Vergangenheit, mit der sich die Zahlenverdreher befassen, auf die letzten 25 Jahre beschränkt, es ist die Phase seit 1980, für die sie ihre Zahlen haben. Mit anderen Worten basieren ihre Modelle auf Zahlen, die nur aus den Jahren des Booms stammen.
Der amerikanische Dollar wird verschrottet, heißt es von Dan Amoss.
Die grünen Scheinchen werden immer häufiger als Finanzierungswährung im Carry-Trade angesehen", fährt Dan fort.
Das heißt mit anderen Worten, dass die fremdverschuldeten Spekulanten amerikanische Dollar an den kurzfristigen Geldmärkten zu Zinssätzen von fast Null Prozent leihen, und dann Anleihen in Währungen kaufen, die höhere Erträge versprechen, wie z.B. der australische Dollar oder der Euro. Wenn sich dieser Trend weiter hält, dann wird das den Wechselkurs des Dollars weiter nach unten treiben und die Nachfrage nach Gold weiter nach oben."
Diese Demolierung des Dollars bringt für ganz Amerika keine optimistischen Einschätzungen. Es ist gefährlich für die Lebensfähigkeit der Mittelklasse. Es ist gut für die Exporteure landwirtschaftlicher Produkte oder spezialisierte gefertigte Produkte, sowie für die Energieproduzenten, aber schlecht für jeden, der viel für eine Menge importierter Produkte bezahlen muss, oder für Importe, die Teil der Angebotsketten von Unternehmen sind, die an die amerikanischen Konsumenten verkaufen."
Ich denke, die Behauptung, dass ein schwacher Dollar gut für die Exporte ist", ist zu kurz gedacht und führt in die Irre. Denn die Tatsache, dass ein schwacher Dollar das Kapital aus den Vereinigten Staaten bringt und in die Hände von Ökonomien, die echte Gewinne für ihre Währungen bezahlen, wird dabei völlig außer Acht gelassen.