Die Wahrheit über die Griechenland-Rettung
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 30. März 2010, 07:30 Uhr
ENL5454
Es geht ja gar nicht um Griechenland", sagte Prof. Wilhelm Hankel gestern in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. In Wahrheit gehe es um die in Griechenland engagierten Banken.
Erneute Stützung von Banken
Dies seien weitgehend deutsche, französische, aber auch Institute aus anderen Ländern. Die Wahrheit sei aber, dass der Plan, Griechenland über den IWF zu retten ja gar nicht von einer (auch nicht der deutschen) Regierung stamme. Der Rettungsplan sei in den Denkwerkstätten einer deutschen Bank und der Europäischen Kommisssion in Brüssel ausgeheckt worden.
Ja, liebe Leserin, lieber Leser, es wäre vor diesem Hintergrund etwas blauäugig an eine völlig freie und unabhängige Entscheidung der Regierungen der Eurozone zu glauben. Prof. Hankel zufolge wird es aber letztlich darauf hinaus laufen, dass Griechenland die Eurozone verlässt.
Klage vor dem Bundesverfassungsgericht
Gleichzeitig kündigt Herr Hankel für den Fall des Herauskaufens Griechenlands durch andere europäische Staaten eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht an. Er bezieht sich interessanterweise insofern auch auf das Maastricht-Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 1993. Damals hätten die Bundesverfassungsrichter eindeutig festgestellt, dass die Bundesregierung aus jeder Währungsunion austreten müsse, die nicht die Stabilität der Währung garantiere. Diese orientiere sich am Maß der D-Mark. Angesichts der jetzt getroffenen Maßnahmen sei aber höflichst daran zu zweifeln.
Inflation ante portas?
Generell sei laut Prof. Hankel angesichts des eingeschlagenen Weges nicht nur in Bezug auf Griechenland, sondern auch überhaupt im Fall der Bankenrettung das Thema Inflation nur eine Frage der Zeit. Es seien ja unglaubliche Summen neu geschaffen worden bzw. werden immer noch neu geschaffen. Hinzu komme ferner, dass die Bedienung der Staatsschulden zum Problem werde.
Teuerungsrate zieht an
Apropos Inflation, dem statistischen Bundesamt zufolge ist vor allem wegen der hohen Sprit- und Heizölpreise die Inflationsrate im März erstmals seit dem Februar 2009 wieder über die ein Prozent-Marke gestiegen. Die Heizölpreise seien im Vergleich zum März 2009 um bis zu 35 Prozent höher gewesen, die Kraftstoffpreise um 21 Prozent.
Kurzer Blick zum Edelmetallmarkt
Abschließend noch ein kurzer Blick auf die Edelmetalle. Gestern konnte vor allem der Silberpreis deutlich zulegen, und zwar auf 17,36 Dollar bzw. 12,87 Euro. Gold kostete 1109 Dollar bzw. 822 Euro. Es bleibt abzuwarten, ob der Goldpreis in nächster Zukunft in Dollar schon wieder in Richtung neues nominales Rekordhoch marschieren wird. In Euro ist das nominale Rekordhoch ja immer noch in greifbarer Nähe. Vielleicht, vielleicht gelingt ja noch vor Ostern der Anstieg in Richtung 840 Euro je Unze...
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Peter Harting (30.03. 2010 07:42 Uhr):
Schon vor der ersten Einführung des Euro 1999 habe ich Prof. Hankel das aussprechen hören, was jetzt mit GR und den ehemaligen Weichwährungsländern passiert. Also wird dieser Mann auch künftig ziemlich genau die Währungsdinge voraus sehen. Was geschieht seitens der Mächtigen, dass solche Veröffentlichungen ignoriert werden können?
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