Die wahren Kosten einer vollständigen Finanzspritze – Teil 1
Don A. Rich in Traders Daily
vom 17. Oktober 2008, 12:00 Uhr
ENL5454
Eine jüngere Studie des Congressional Budget Office (kurz: CBO: das Haushaltsbüro des Kongresses) besitzt keinerlei Glaubwürdigkeit. Sie bezifferten die zu erwartenden Verluste für den Steuerzahler durch die Finanzspritzen an Fannie Mae und Freddie Mac mit 25 Milliarden Dollar.
Diejenigen, die einen Sinn für die Geschichte haben, werden sich an dieser Stelle vielleicht erinnern, dass die Finanzspritze für S&L während der Sparkassenkrise in den Vereinigten Staaten am Ende ein Preisetikett von 160 Milliarden Dollar trug.
Die aktuellen Zahlen weichen so sehr von der Realität ab, dass man laut darüber lachen möchte. Es ist lustig, abgesehen von der Tatsache, dass es sich bei dieser Einschätzung um eine mutwillige Abweichung von den tatsächlichen Folgen des Eingreifens durch die Bundesregierung handelt.
Wie ich im Folgenden zeigen werde, könnten die wahren Kosten dieser Finanzspritzen leicht die 1,3 Billionen Dollar übersteigen. Um genau zu sein, liegen die wahren Kosten vermutlich im Bereich zwischen 1,3 Billionen und 1,6 Billionen Dollar. Und es ist nicht unwahrscheinlich, dass sie 2,5 Billionen Dollar erreichen werden.
Zwischen 2001 und 2007 haben Fannie und Freddie Alt-A und minderwertige Kredite im Wert von 700 Milliarden Dollar besitzen oder garantieren. Bedenkt man das Maß der Ausfälle bei diesen Krediten, dann bedeutet das für sich genommen schon einen Verlust für Fannie und Freddie, der im Bereich von 210 Milliarden Dollar liegen wird. Dazu muss man berücksichtigen, dass der Preis für Immobilien, die letzten Endes die Sicherheit für diese Kredite darstellen, aus Gründen, die ich gleich nennen werde, um mindestens 30% fallen wird.
Fannie und Freddie räumen ein, dass sie auf ihren Bilanzbögen schon jetzt beeinträchtige Kredite von 19 Milliarden Dollar haben, die sie kreativ verwendet haben, um zu verhindern, dass dies vom Kapitalkonto der Aktionäre gelöscht wird. Das bedeutet auch, dass Fannie und Freddie Maximal 64 Milliarden Dollar in Kapital verbleiben.
Bedenkt man die unvermeidlichen Verluste aus dem Anteil des Portfolios für Alt-A und minderwertige Kredite, dann muss gelten, dass wenn die Bundesregierung, wie geschehen, Fannie und Freddie Solvenz zugesteht, die Differenz zwischen dem Verlust und dem Kapital, das durch die Regierung ausgeglichen wird (d.h. durch die Steuerzahler) nicht 25 Milliarden Dollar ausmacht, sondern 147 Milliarden Dollar.
Das allein würde schon bedeuten, dass das Haushaltsbüro mit seinen prognostizierten Zahlen für die Kosten, lediglich heißen Dampf produziert und dass das, wenn man an die Kosten für S&L zurückdenkt, dies kein überraschendes Ergebnis ist. Das wahre Bild ist so viel schlimmer, so dass es ziemlich offensichtlich ist, dass das Haushaltsbüro schlicht und einfach Zahlen erfindet, nur um die Politiker durch den Monat November zu bringen.
Die wahre Geschichte ist ganz einfach. Wir sind ganz einfach Zeugen der größten Blase bei den Anlagewerten in der amerikanischen Geschichte geworden. Im Vergleich dazu wirkt die Technologieblase wie eine verlängerte Woche der Kurserholung wirkt.