Die Vorteile der globalen Erwärmung
J. Christoph Amberger in Baltimore in Traders Daily
vom 13. Dezember 2005 12:00 Uhr
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*** Ich höre, dass die Inuit darüber nachdenken, die USA zu verklagen, da diese durch das Fahren von Geländewagen die Atmosphäre aufheizen.
Natürlich. Die australischen, französischen, deutschen und chinesischen Autos fahren hingegen mit Hoffnung und Rosenwasser. Die osteuropäischen Volkswirtschaften basierten auf marxistischem Idealismus, nicht auf Schwefel und Kohle. Und die Tatsache, dass fünf der sieben Milliarden Menschen Dung und ursprünglichen Regenwald verbrennen, um Wärme zu erzielen, hat auch überhaupt nichts mit der weltweiten Erwärmung zu tun ...
Es gibt allerdings auch einige Vorteile der globalen Erwärmung, denke ich. Schließlich waren damals in den 1970ern, als ich noch in Berlin lebte und die Klimaforscher eine neue Eiszeit prognostizierten, weiße Weihnachten selbst in Berlin noch so selten wie ein Huhn mit Zähnen ... dabei liegt Berlin auf dem gleichen Breitengrad wie Labrador.
Im letzten Jahrzehnt hat hingegen Baltimore – was auf dem Breitengrad von Neapel liegt – einen Rekord-Schneefall-Winter nach dem nächsten gehabt. Erst letzte Nacht hat es vier Zoll geschneit. Die Schule musste einen Tag ausfallen, da viele Kinder nicht von zu Hause wegkamen – genauso wie ein arbeitendes Elternteil.
Glücklicherweise standen ein paar Radio-Interviews auf meinem Tagesplan, was mich dazu "zwang", irgendwo ins Büro zu kommen. Ich überließ es deshalb der besten Ehefrau von allen, sich um unsere Brut zu kümmern. Das funktionierte allerdings nicht so gut, wie ich gehofft hatte: Das Telefon an meinem Schreibtisch klingelte non-stop. Ob ich mich daran erinnern würde, wo ich einen einzelnen lilafarbenen Handschuh gesehen habe. Ob in meinem Auto die Ski-Handschuhe seien. Und jedes Mal, wenn ich auflegte, hatte sich meine Einkaufsliste um einige Dinge verlängert.
Eine ganz neue Dimension der "Klimakatastrophe"!
*** Die Russen wissen, wie der Hase läuft. Sie haben den deutschen Ex-Kanzler Gerhard Schröder – der erst seit zwei Wochen aus dem Amt ist – zum Mitglied des Aufsichtsrates der neuen Gaspipeline Nordeuropas gemacht. NEGP ist ein Joint Venture der deutschen Konzerne E.ON und BASF und des russischen Gasgiganten Gazprom, und dieses Joint Venture will eine Pipeline bauen, die von Sibirien über die Ostsee Erdgas nach Zentraleuropa transportieren soll.
Schröder war als deutscher Kanzler beim Arrangement dieses Deals beteiligt gewesen. Und Gerüchten zufolge soll Vlad Putin hinter den Kulissen seinem alten Kumpel diesen Job beschafft haben.
Die Pipeline wird von allen Seiten als Meisterstück der russischen Machtpolitik angesehen: Deutschland bezieht 35 % seines Erdgases aus Russland, und die Land-Pipelines – in den letzten Jahren des Kalten Krieges gebaut – laufen durch die jetzt unabhängigen baltischen Staaten, die Ukraine, Polen und Weißrussland Belarus. Eine direkte Verbindung durch die internationalen Gewässer der Ostsee würden diese potenziell schwierigen "Mittelsmänner" umgehen – eine Tatsache, die das polnisch-deutsche Verhältnis bereits getrübt hat.