Die Vorschläge der Präsidentschaftskandidatin
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 10. August 2006 07:30 Uhr
ENL5454
„Viele Amerikaner können nicht noch härter arbeiten, noch mehr Geld leihen oder noch weniger sparen“, sagte die weise Senatorin aus dem großen Staate New York, Hillary Clinton. Sie will sich, was bislang noch auf keiner der „Unsinn für alle“ Bühnen bekannt gegeben wurde, für die Präsidentschaftswahlen in den USA aufstellen lassen und setzt darauf, dass sie die Stimmen der entfremdeten Mittelklasse anzapfen kann. Es ist „der amerikanische Traum“, den sie in einer Wahlkampfrede in der vergangenen Woche in Colorado in Aussicht gestellt hat. Aber was sie den USA wirklich angeboten hat, ist der müßige Tagtraum, dass Amerika seinen Lebensstandard mit noch mehr Betrug und noch mehr Geschwafel erreichen kann. Sie verspricht „gerechte Löhne, Zugang zur Hochschulausbildung, mehr Besitz von Eigentum und einen Weg aus der Armut in die Mittelschicht.“
Hier muss ich aufhören. Ich habe schon Seitenstechen, weil ich so viel gelacht habe. Es ist schließlich immer noch Sommer und weil ich in dieser Stimmung bin, erlaube ich mir, mich zu entspannen, mich leger zu kleiden und mich über irrelevante Dinge auszulassen. Und in schallendes Lachen auszubrechen.
Wie will die Senatorin Clinton all diese feinen Dinge bewerkstelligen? Wie will sie die Löhne angesichts von zwei Milliarden asiatischer Wettbewerber anheben? Wie will sie besseren Zugang zu den Hochschulen möglich machen? Wie kann sie einen Anstieg der Hauseigentümerschaft in Aussicht stellen, wenn schon heute Häuser in den Händen von Millionen Menschen sind, die sie sich nicht leisten können? Welcher Weg aus der Armut ist noch unentdeckt? Jeder Weg, von dem ich je gehört habe, ist durch zu viel Verkehr verstopft ... auf all diesen Wegen geht es momentan nur noch in die andere Richtung weiter. Von der Mittelschicht zurück ins Elend!
Ich will Ihnen einen kleinen Hauch davon bieten, wie Hillarys Programm funktioniert. 2004 hat die Bundesregierung, von der sie schließlich immer noch ein entscheidender Teil ist, 318 Milliarden Dollar mehr ausgegeben als sie eingenommen hat – und hat den Massen Brot und Spiele gegeben. Diese Zahl entspricht den Zahlen aus den Pressemitteilungen. Selbst die Sprecher der Regierung, die sich an die üblichen Buchführungsprinzipien hielten, legten den Verlust mit 760 Milliarden Dollar fest. Und wenn man das wirkliche Maß des Defizits als Anhaltspunkt nähme – und die Programme Social Security und Medicare hinzunähme – dann wären es insgesamt 3,5 Billionen.
Eben diese Regierung – die uns heute im einschüchternden Akzent der Senatorin aus New York anspricht – hat einen weiteren „amerikanischen Traum“ vorgeschlagen. Jedes Kind, das in den USA geboren wird, soll einen „Baby-Bond“ im Wert von 500 Dollar erhalten. Doch der Anteil des armen Babys an den gesamten Bundesschulden liegt deutlich näher an 500.000 Dollar als an 500 Dollar. Ein Baby-Bond? Verglichen mit den Schulden, die auf den Schultern des Babys lasten, ist es lediglich ein Spermazot eines Bonds. Dieser neue Traum ist so hohl, er gleicht vielmehr einem Alptraum.
Der „amerikanische Traum“ war, dass jeder in die neue Welt kommen könnte und dort bestimmte Privilegien genießen würde: Er würde in Ruhe gelassen werden und könnte tun und lassen, was er wolle. Hilary Clintons Angebot stellt diesen Traum nicht wieder her, sondern nimmt ihm auch noch den letzten Fitzel seines Kerngedanken. Heute stehen wir alle unter dem Joch der Schulden, vom „Baby-Bond“ bis ins Grab.
Ja, liebe Leser, das ist der neue amerikanische Alptraum, verfolgt von Tricksereien, Betrügereien und Mauscheleien. Das Haben-wollen,... die Ausgaben... die Kredite... das entleerte Geld... die verrottenden Institutionen... die fadenscheinigen Gewohnheiten... die korrumpierten Gedanken.
Was für eine Freude, es ist Sommer... und ich bin ein Junge, mit einem Stein in der Hand, der in einer Stadt aus Glas lebt.
ähnliche Beiträge:
weitere Ausgaben von
Kapitalschutz Akte
weitere Artikel dieser Ausgabe:
Donnerstag, 24. Mai 2012
Mittwoch, 23. Mai 2012
Dienstag, 22. Mai 2012
alle AusgabenBörsenbrief: Sicheres Geld
Der exklusive Börsendienst, der Ihr Vermögen zuverlässig schützt
Klicken Sie hier für weitere Informationen zu Börsenbrief: Sicheres Geld