Die vorgefertigte Meinung
Daniel Fehring in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 17. Oktober 2006 08:30 Uhr
ENL5454
Geht es Ihnen beim Handeln auch so?
Sie wollen eine Position nehmen. Sagen wir eine Longposition. Der Markt bewegt sich nach unten. Der Trend zeigt nach unten. Trotzdem sind Sie der Meinung, dass der Markt nach oben gehen muss. Spätestens jetzt kommen die Gedanken: "irgendwann muss es ja den Wendepunkt geben, weil der Markt ja schon so weit nach unten gegangen ist. Deshalb kann der Wendepunkt gar nicht so weit weg sein".
Dieser Gedankengang ist falsch und richtig zu gleich. Viel entscheidender ist die Frage, auf was gründen Sie Ihre Meinung. Es muss doch einen Grund geben. Eine einzelne Marktbewegung kann es ja alleine nicht sein. Bauchgefühl ist manchmal sicherlich richtig, aber der Devisenmarkt ist ein technischer Markt, der nur selten auf fundamentale Daten zurück greift.
Jemand sagte zu mir einmal ich sollte das "Hirn" beim Handeln ausschalten und nur auf die technischen Indikatoren achten. Egal ob ich long oder short denken möchte. Die Indikatoren sind entscheidend und deren Interpretation.
Dies ist sicherlich ein Ansatz, kann ich persönlich aber nicht 100% bestätigen. Wie im richtigen Leben ist alles eine Kompromiss. Nur Technik ist sicherlich verlässlicher wie nur Gefühl, aber aus der Erfahrung heraus möchte ich mein Bauchgefühl nicht gänzlich wegstreichen. Dies hat aber höchstens im Zweifelsfall das letzte Wort.
Lange Rede kurzer Sinn. Die Markttechnik überwiegt und Sie sollten sich immer darüber im Klaren sein, warum Sie eine Position eingehen. Erst wenn Sie eine plausible Begründung für sich selbst haben, haben Sie auch ein gutes Gefühl mit der Position.
Wenn diese nicht aufgehen sollte, dann gilt es den Handelsansatz zu überprüfen, damit ein Fehltrade in Zukunft weniger häufig vorkommt.
Sicherlich gibt es Sonderfaktoren, aber auch diese gilt es zu analysieren, damit ein richtiger Handelsansatz nicht durch eine Zufallsbewegung verworfen wird. Dies wäre genau so ärgerlich wie falsche Ansätze weiter zu verfolgen.