Die Volatilität ist zurück
Daniela Knauer in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 04. Januar 2007 20:45 Uhr
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Liebe Leserinnen und Leser,
so, nun haben uns die Amerikaner gestern also unsanft aus unseren Träumen zum Jahreswechsel geweckt. Die Volatilität ist zurück, und das nicht nur am Aktienmarkt, sondern auch bei den Devisen und Rohstoffen.
Turbulenzen an den Währungsmärkten ...
Nach den am Jahresanfang üblichen liquiditätsgetriebenen Käufen zum Handelsauftakt sorgte die Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls der US-Notenbank FED für einen Abverkauf. Grund war neben der Feststellung der bekannten Risiken für den Immobilienmarkt die Feststellung der FED, dass die Inflation weiter als primäres Risiko gesehen wird. Damit rückt der Zeitpunkt für eine Zinssenkung in weitere Ferne, was den USD wieder deutlich steigen ließ. Er setzte bereits nach der Veröffentlichung des stärker als erwarteten ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe zu einem Höhenflug an, der sich auch heute fortsetzt. Besonders gegen die Rohstoffwährungen AUD und CAD konnte er deutlich Boden gewinnen.
... bringen Rohstoffe unter Druck
Zum Handelsschluss konnten sich zwar die Aktien-Indizes wieder knapp ins Plus retten. Anders sieht es bei den Rohstoffen aus: Hier setzte sich die schwache Tendenz bis zum Schluss fort. Verlierer des Tages waren Öl mit fast 4%, Kupfer mit gut 7% und Weizen mit rund 5% genauso wie Silber. Nicht allein die Rallye des USD war dafür verantwortlich, unter der die Rohstoffe immer etwas leiden. Bei einigen Rohstoffen sorgten auch Nachrichten für Abgabedruck.
Dr. Copper verursacht Sorgenfalten
Beim Kupfer ließ ein Anstieg der Lagerbestände an der London Metal Exchange auf 190.000 Tonnen die Preise purzeln. Auch der gemeldete Zuwachs der Kupferdepots an der Shanghai Futures Exchange um 11% sorgte nicht für Freude. Gemeinsam mit dem chinesischen Nachfragerückgang 2006 von 7% sorgen die steigenden Lagerbestände immer mehr für Sorgenfalten auf den Stirnen der Händler.
Kupfer tendiert schon seit einigen Monaten deutlich schwächer, als es eigentlich saisonal typisch wäre, denn ab Oktober zeigt es sich normalerweise recht positiv. Hier wirken sich nicht nur die steigenden Lagerbestände und die nachlassende Nachfrage aus China aus, auch der schwache US-Immobilienmarkt hinterlässt seine Spuren. Dr. Copper macht seinem Ruf als weit vorauslaufender Indikator für die Weltwirtschaft also wieder einmal Ehre.
Die Charttechnik deutet weitere Schwäche an
Kupfer ist nun endgültig aus seiner großen Seitwärts-/Abwärtsbewegung in einen beschleunigten Abverkauf übergegangen. Das Ziel dieser Bewegung dürfte vorerst im Bereich von 220-230 USD liegen, wo massive Unterstützungen zu finden sind. Hier finden wir nicht nur eine mehrwöchige Seitwärtsbewegung aus dem letzten Winter, sondern an dieser Stelle liegt auch das 50%-Retracement der großen Aufwärtsbewegung von November 2001 bis Mai 2006.
Bestätigt wurde die schwache Tendenz an den Rohstoffmärkten mit massiven Verkäufen bei einigen Minenaktien, besonders denen, die im Kupferbereich tätig sind. Die größte Kupfermine der Welt, Freeport McMoran verlor gestern über 9%.
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