Die Volatilität im Nebenwerte-Portfolio senken: Gewusst wie?

Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien
vom


Kürzlich erhielt ich eine interessante Leserfrage.

Herr T. schrieb mir (sinngemäß), dass er ja eigentlich gerne in Nebenwerte investiere, ihn jedoch schon immer deren erhöhte Volatilität in Krisen- und Rücksetzerzeiten gestört habe. Als Profi hätte ich hier doch sicherlich Tipps, wie sich die Volatilität in einem Nebenwerteportfolio systematisch senken lasse, ohne zu sehr auf "langweilige" Werte ausweichen zu müssen.


Nun ist es natürlich so, dass ich hier aus rechtlichen Gründen keine individuelle Anlageberatung geben darf und ein Daily natürlich auch niemals das persönliche Gespräch mit dem Anlageberater Ihres Vertrauens ersetzen kann und will. Dennoch kann ich ein paar grundsätzliche Hinweise geben:

Absicherung über den Russell 2000

Eine der einfachsten Varianten in Zeiten von Marktturbulenzen ein Portfolio aus Nebenwerten abzusichern ist es, einen Put auf den Russell 2000 zu kaufen. Für die Leute unter Ihnen, welche nicht mit Optionen oder Futures handeln, kann es natürlich auch ein Optionsschein oder ein Zertifikat bzw. CFD sein (Achtung jedoch mit dem richtigen Verhältnis zur Aktienmenge, Stichwort Hebel!). Wenn Sie diesen charttechnisch gut getimed ins Portfolio nehmen und zum richtigen Zeitpunkt wieder entsorgen, ersparen Sie sich viel Ärger. Doch es geht natürlich auch noch ein wenig raffinierter

Long-Short Kombination

Für die fortgeschritteneren und experimentierfreudigen Anleger unter Ihnen geht es natürlich auch noch raffinierter. Sie können Ihr Portfolio als Long-Short-Portfolio aufstellen. Dies bedeutet, dass Sie gleichzeitig extrem schwache Nebenwerte leer verkaufen während Sie auf die stärksten Nebenwerte long setzen. Dadurch werden Sie etwas unabhängiger vom Gesamtmarkt und können sowohl unter dem Strich in Abwärts- als auch in Aufwärtsphasen im Gesamtmarkt profitieren.

Mischung per Beta

Das Beta einer Aktie ist eine Kennziffer, welche die historische Volatilität gemessen im Vergleich zum Markt angibt. Wenn Sie etwa eine amerikanische Aktie mit einem Beta von 2 haben, bedeutet dies, dass diese historisch doppelt so volatil ist wie der S&P 500. Eine Variante, die Volatilität Ihres Portfolios zu kontrollieren kann es somit auch sein, entsprechend Aktien mit unterschiedlichen Beta-Werten zu kaufen (Aber Achtung, denn das Beta ist ein rein historischer Wert und nicht "bindend" für die Zukunft).

 

Letztlich hängt es hier von Ihrem Kenntnisstand ab, was sich für Sie am besten eignet. Als Anfang ist sicher der Russell 2000 Put die leichteste Lösung.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend.

Herzliche Grüße, Ihr

Klaus Buhl

 


Artikel bewerten
Durschnittliche Wertung:
0 Sterne
Wertungen:
0 insgesamt
Artikel weiterempfehlen
Kommentar abgeben

* = Pflichtfeld, bitte unbedingt ausfüllen

Kommentare Kommentar abgeben