Die USA - ein paar unschöne Fakten
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 14. Februar 2011, 20:00 Uhr
ENL5454
Angesichts der politischen Turnerei in den USA, frage ich mich schon, ob die jenseits des Ozeans überhaupt wissen, wie man ein richtiges Sparprogramm aufzieht (nicht, dass ich anderen Politikern, in anderen Ländern viel mehr zutrauen würde...). Andererseits, so abgewirtschaftet wie das Land, angesichts einiger wirklich unschöner Fakten wirkt, frage ich mich auch, welche Möglichkeiten, die da überhaupt noch haben (und ich frage mich zum gefühlten hundertsten Mal, wann die Strafe des Marktes folgen wird...aber das ist ein anderes Thema).
Schauen wir uns mal ein paar dieser Fakten an:
-
Laut Fortune-Magazin leben 40% der Amerikaner von Niedriglohn-Jobs. Sie besitzen weniger als 1% des nationalen Reichtums.
-
Mehr als 40 Millionen Amerikaner beziehen Essensmarken. In diesem Jahr soll die Zahl auf 43 Millionen steigen.
-
Dagegen ist das Verhältnis der Gehälter von Managern gegenüber den durchschnittlichen Gehältern der Arbeiter von 30:1 auf 500:1 explodiert.
-
Mehr als 1 Million Amerikaner sind Mitglieder krimineller Banden.
-
Derzeit sind rund 32 US-Bundesstaaten nicht mehr in der Lage ihrer Verpflichtung nachzukommen, Arbeitslosengelder auszubezahlen. Bislang springt die US-Regierung ein und vergrößert damit die gesamte Staatsschuld.
-
Der US-Bundesstaat Kalifornien ist schon längst pleite. Hier weisen bereits 8 Bezirke eine Arbeitslosenrate von über 20% auf. Der Pensionskasse des US-Bundesstaates New Jersey fehlen rund 54 Milliarden USD....
-
Gemessen am Nettowert besitzen US-Banken mehr Wohnimmobilien als alle Bürger zusammen.
-
Kein Land auf dieser Welt hat höhere Schulden als die USA. Allein im letzten Jahr hat die Regierung fast so viele Schulden angehäuft, wie alle anderen Regierungen weltweit zusammen.
-
Der Tax Foundation zufolge, müssten die US-Steuersätze, allein um den Schuldenberg des vergangenen Jahres abzutragen, um das 2,4-fache angehoben werden. Der niedrigste Steuersatz würde dann auf 24% steigen, der Spitzensteuersatz müsste auf 85% steigen.
Warum die USA noch immer ein Triple-A-Rating aufweisen frage ich mich nicht mehr, denn das wäre verschenkte Lebenszeit...
So long liebe Leser...ach ja, ich muss schon sagen, nachdem ich mich in den letzten Wochen fast ausschließlich auf die politische Operette in Europa konzentriert hatte, hat mir der Ausflug zur US-politischen Comedy heute richtig Spaß gemacht....verstehen Sie mich aber nicht falsch: ich hab' nichts gegen die USA (ich hab' ja auch nichts gegen Europa), aber ich glaube langsam, ich hab' wirklich was gegen die Politik...dabei glaube ich immer mehr, dass es der Bürger an sich besser machen könnte (zumindest kann er es nicht schlechter machen) und würde mich jederzeit auf ein plebiszitäres Experiment einlassen...liebe Grüße und bis morgen
Ihre Miriam Kraus
ähnliche Beiträge:
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Peter Lind (14.02. 2011 22:33 Uhr):
Sehr verehrte Frau Kraus, seit mehreren Jahren lese ich Ihren RD. Ihre leichte Feder mit so fundiertem Wissen und guter Analyse gefällt mir ausnehmend gut. Danke Ihr Peter Lind
Antworten - Kommentar von klaus morian (15.02. 2011 10:17 Uhr):
Warum die USA noch immer ein Triple-A-Rating aufweisen ? Na vielleicht, weil man für das Rating bezahlen muß und wessen Brot ich ess, dessen lied ich sing.
Antworten - Kommentar von Nikolaus (15.02. 2011 17:45 Uhr):
Dass die Bürger fast alles besser selbst können, als der Staat, da stimme ich zu! Warum dann nicht bei den staatlichen Bildungsausgaben sparen? Unsere Schulen sind doch weniger sinnvolles, begeisterndes Lernangebot als enorm uneffektiv beim Lerntempo und Qualität und eher Erziehungsanstalten zum gehorchenden Angestellten, schon gar nicht zum Unternehmer. Was meinen Sie?
Antworten