Die USA besetzen inflationsbegünstigende Positionen
Bill Bonner in Investors Daily Update
vom 9. Juni 2009, 10:30 Uhr
Angela ist ein Genie, Tim eher das Gegenteil. Das habe ich Ende der Woche aus den Nachrichten herausgelesen.
Soweit ich sagen kann, war Tim Geithners Reise nach Peking im besten Falle ein Remis. Er hat beruhigende Lügen erzählt. Und China hat zugehört. Der Markt hat vorteilhaft darauf reagiert.
Die Aktien sind daraufhin eingebrochen... der Dow ist im 99 Punkte gefallen. Auch Gold ist eingebrochen - um 18 Dollar. Und Öl hat 2 Dollar verloren, um dann bei 66 Dollar zu schließen.
Doch der Dollar ist gestiegen - auf 1,41 Dollar je Euro.
Geithner führt die Anleger in die Irre
Ziel der Reise Geithners war, die weltweiten Anleger zu bluffen und zu täuschen - in erster Linie China - so dass sie glauben, dass die Vereinigten Staaten ihre FInanzen unter Kontrolle haben. Wenn wir aus dem Schlamassel einmal raus sind, so sagte er Chinas obersten Vertreter, dann regeln wir das. Dann gibt es keine lockeren Kredite mehr und auch keine wilden Regierungsausgaben. Wir brauchen nur noch ein wenig mehr von der Medizin der alten Tage... nur noch einmal... um durch die dunkle Nacht der wirtschaftlichen Schwäche zu kommen. Aber wenn die Sonne wieder aufgeht und die Wirtschaft wieder auf dem Weg der Erholung ist, dann, das dürfen Sie mir glauben, wird Amerika seinen Haushalt ausgleichen, der quantitativen Lockerung auf Ewig entsagen und den Anonymen Alkoholikern beitreten. Ehrlich!
Schwer abzulegende Gewohnheiten
Doch manche Gewohnheiten lassen sich nur schwer abgewöhnen. Die Gewohnheit, dass man etwas für nichts bekommt, ist eine davon. Wenn man das Geld ausgibt, das ein anderer verdient hat, dann ist das so, als würde man ein großes Stück Schwarzwälderkirschtorte essen und dabei beobachten, wie jemand am Nachbartisch dick davon wird. Da wird man vermutlich um Nachschlag bitten.
Die Amerikaner haben sich daran gewöhnt, gewaltige Geldsummen auszugeben... ohne die Absicht zu haben, das Geld je wieder zurückzuzahlen. Die Verbraucher haben es in den Neunzigern und in diesem Jahrzehnt getan. Jetzt ist die Regierung an der Reihe. Die Defizite der Regierung sind in diesem Jahr allein viermal so hoch wie der Rekord, der letztes Jahre aufgestellt wurde. Die offiziellen amerikanischen Schuldenzahlen explodieren. Bill Gross sagt, dass sie100% des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts innerhalb der nächsten 5 Jahre ausmachen werden. Ich vermute, dass wir dieses Niveau sogar noch früher erreicht haben werden.
Bei 100% des Bruttoinlandsprodukts... glauben sogar die Wirtschaftler des Mainstreams, dass die Situation nicht mehr umkehrbar ist... die Zinssätze werden höher sein, als die Vereinigten Staaten sich leisten können. Und an diesem Punkt werden die Vereinigten Staaten dann gezwungen sein, immer mehr Geld zu leihen, nur um bei den Zinsen hinterher zu kommen, und das System wird in ein Schneeballsystem verfallen.
„Ich gehe davon aus, dass die Regierung nicht in der Lage sein wird, diese Positionen wieder zu verlassen", sagte Gross in einem Interview auf Bloomberg Radio. Die Programme werden „halbdauerhafte Positionen auf den Bilanzbögen einnehmen."
Wenn man diesen Weg erst einmal eingeschlagen hat, dann ist es schwer - vielleicht sogar unmöglich - wieder zurückzukehren. Die Vereinigten Staaten werden nicht in der Lage sein, die Schulden abzuzahlen... und sie werden auch nicht in der Lage sein, GM zu entschulden. Auch die Bundeszentralbank wird nicht mehr in der Lage sein, ihre Anleihenbestände an den offenen Markt zu verkaufen - ohne dass dabei die Erträge steigen müssen.