Die US-Wirtschaft behält ihr Wachstumstempo bei
J. Christoph Amberger in Traders Daily
vom 24. Januar 2005 12:00 Uhr
ENL5454
Da sich Herr Vaupel auf Reisen befindet, erscheinen heute nur die Texte unserer amerikanischen Korrespondenten.
Liebe Leser,
mit vier Prozent scheint das Bruttosozialprodukt der Vereinigten Staaten sein letzt jähriges Wachstumstempo beizubehalten.
Die US-Arbeitslosenquote liegt auf einem historischen Tiefststand bei ungefähr 5,4 %. Der Lebenshaltungskostenindex stieg im Dezember um 2,2 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Verbraucherausgaben werden demgegenüber für das Quartal von Oktober bis Dezember um 4,6 % steigen, nachdem sie im vorigen Quartal um 5,1 % gestiegen sind.
Die europäische Inflation konnte andererseits durch den jüngsten Anstieg der Energiekosten im Zaum gehalten werden. Die meisten europäischen Inflationsindizes konnten dementsprechend Daten anführen, die sehr nah an dem Ziel der EZB von 2 % liegen.
Es ist daher äußerst wahrscheinlich, dass es kaum Veränderungen in der Zinspolitik der EZB geben wird. Die US-Zinssätze sind im historischen Vergleich relativ niedrig. Dies gilt auch nach ihrem jüngsten Anstieg im Dezember 2004 um 2,25 % und trotz erwarteter Anstiege von 3,25 bis 4 Prozent im Laufe dieses Jahres. Der Dollar stieg heute gegenüber einem schwächeren Yen und verharrte gegenüber dem Euro auf seinem höchsten Wert in zwei Monaten.
Dabei versuchte die US-Bundesbank weiterhin zu verbergen, dass der US-Leitzinssatz weiter steigen wird. Ein US-Zinsziel von 4 %, das von vielen als "neutraler" Zinssatz betrachtet wird, stünde für eine Dollarrendite, die zweimal so hoch ist wie die, welche den Investoren von der Europäischen Zentralbank angeboten wird.