Die Untoten der Bankenwelt
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 8. September 2009, 07:30 Uhr
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Hey, die Wirtschaft erholt sich nicht nur... sie wird dabei sogar besser als je zuvor!
Die Banken erholen sich bis zu dem Niveau, das sie vor dem Niedergang Lehmans hatten", lautet eine Schlagzeile im El Pais aus Madrid.
Die öffentliche Hilfe ermöglicht es den 15 größten Finanzunternehmen der Welt zur Kapitalisierung zurückzukehren, die sie im September 2008 hatten", fährt der Artikel fort. Die größten der größten, HSBC, sollen jetzt 186 Milliarden Dollar wert sein, so der Aktienmarkt. Chinas ICBC ist dem Unternehmen auf den Fersen, mit einer Marktkapitalisierung von 178 Milliarden Dollar. BNP Paribas ist mit 87 Milliarden Dollar an siebter Stelle.
Wir wollen einmal über das kompromittierende Detail hinwegsehen, dass die Banken im letzten Quartal sogar Geld verloren haben - mehr als 3 Milliarden Dollar. Und wir wollen auch darüber hinwegsehen, dass die großen Banken Chinas auf gewaltigen Verlusten von vor mehr als 8 Jahren sitzen (ganz zu schweigen von den jüngeren Verlusten). Die westlichen Banken haben immer noch schnellen Neubestimmungen ausgesetzt sein könnten.
El Pais berichtet etwas sehr Faszinierendes: die beiden großen spanischen Banken gehen gestärkt aus der Krise hervor."
Ach, was einen nicht umbringt, macht einen nur starker. Die Weltwirtschaft erholt sich, zumindest glauben die Leute das. Die Aktien steigen - angeführt von den Banken. Aber sind die Untoten der Bankenwelt wirklich stärker?
Hahahah... bringen Sie mich nicht zum Lachen.
Die Welt scheint es jedoch zu glauben. Das Wall Street Journal berichtet, dass nur fünf große Finanzaktien hinter der Aktienmarktrally stecken. Fannie Mae, Citigroup, Freddie Mac, Bank of America und AIG Konten machen fast ein Drittel des täglichen Umsatzes aus. Es scheint so, als würde jeder auf die Banken setzen und diese weiter nach oben treiben.
Sie werden sich vielleicht erinnern, liebe Leser, dass die Banken in den Blasenjahren ein Vermögen erwirtschaften konnten. Sie werden sich vermutlich auch erinnern, dass sie so viel Geld erwirtschaftet haben, dass sie fast alle Konkurs machten, als die Blasenjahre irgendwann ihr Ende erreicht hatten. Ohne das hastige Einschreiten der Regierungen wäre es für jede große Bank an der Wall Street das Ende gewesen. Es ist sogar so, dass es ihnen auch mit der Hilfe der Regierung nicht gelungen ist, intakt zu überleben. Sie alle haben entweder Konkurs gemacht, wurden ausverkauft oder erhielten Rettungsgelder, die sie an ein Gängelband brachten.
Zu viel des Schlechten
Was die Banken in den Ruin getrieben hat, war zu viel des Schlechten. Sie haben ihr Geld verdient, indem sie Schulden verkauft haben. Um das Zeug zu bewegen, haben sie ihre Kunden davon überzeugt, dass ihre Produkte gute, sichere Investitionen seien - sogar fremdfinanzierte Derivate, die durch minderwertige Hypotheken gedeckt wurden! Sie waren derartig gute Verkaufsleute, dass sie sich sogar selbst überzeugten. Als die Krise kam, stellten sie fest, dass sie selbst Käufer der Schuldtitel waren... genauso wie Verkäufer. Was sollten sie damit anfangen... außer, sie an die Regierung zu verkaufen?
Aber es kommt wieder Leben in die gesamte Finanzindustrie. Dem El Pais zufolge ist sie wieder da... und sogar besser als je zuvor.
Doch einen Augenblick. Wie ist das möglich? Ist nicht die gesamte Weltwirtschaft in die schlimmste Rezession seit der Weltwirtschaftskrise gerutscht? Wie kann das Verleihen von Geld dann ein so gutes Geschäft sein? Die Leute leihen während einer Rezession kein Geld.
Dan Amoss ist da ebenso skeptisch. Das Bankensystem hat keine Erfahrung damit, es durch ein Umfeld des negativen Eigenanteils an Häusern" zu bewegen", sagt er. Das ist ein Umfeld, in dem die Hypothekenraten bereits ungefähr so gering sind, wie sie nur sein können und die Verbraucherbilanzen ebenso angespannt wie immer. Aufgrund des fehlenden Regresses der Hypotheken haben die meisten Kreditnehmer keinen finanziellen Anreiz, weiter zu zahlen. Viele entschließen sich dazu, die Schlüssel an den Kreditgeber zu schicken.
Dieses Problem wird die Vorzüge von Bankenaktien in den kommenden Jahren einschränken, so dass der Sektor viele Möglichkeiten für einen Abverkauf bieten wird."
Die Kreditaufnahme von Haushalten ist über die Klippe gegangen. Anstatt Geld zu leihen, zahlen sie die Schulden schneller zurück, als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt seit den Fünfzigern. Hier lässt sich auch kein Geld verdienen.
Aber wie sieht es bei den Geschäfts- und Unternehmenskrediten aus? Wollen Sie Witze machen? Die Unternehmen müssen sich auch einschränken. Unternehmen nehmen Kredite auf, um zu expandieren... und es gibt gerade keinerlei Expansion. Das ist eine Kontraktion. Kredite schrumpfen zusammen mit allem anderen auch.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von ewald (08.09. 2009 09:01 Uhr):
Der Absatz zuviel des Schlechten hat mir gut gefallen. Ich würde mir allerdings wünschen, dass auch der allheilsame "Markt" und "Wettbewerb" in der Analyse berücksichtigt wird.
Antworten - Kommentar von jakob peier (08.09. 2009 10:41 Uhr):
vermutlich wird die ganze hausse von den banken getrieben, die mit billigem geld aktien kaufen, dann wieder mit gewinn weiter verkaufen und so den markt in die höhe heben. auch die regierenden "schönschnorrer " tragen ihr schärfchen bei, so gleitet man über die kriese hinweg und macht satte gewinne. sackhalter werden gesucht.statt günstige kredite bereitzustellen versuchen die banken ihren hals aus der schlinge zu ziehn, indem sie wieder fleissig andere über den tisch ziehen, um damit ihr bonuskarussel zufüttern. freundliche grüsse j.p
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