Die unterschätzte Macht der Dummheit
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 16. Juli 2009, 07:30 Uhr
ENL5454
"Die Uiguren sind Monster", rufen die Massen der Han Chinesen im abgelegenen Nordwesten des Landes. Die Uiguren sind eine Minderheit. Die Han-Chinesen bilden die Mehrheit. Und den Bildern nach zu urteilen, wollen die Han Chinesen die Uiguren töten.
Eine Sache, die kluge Menschen immer wieder tun, ist, dass sie die Macht der Dummheit unterschätzen. Es ist wild und waghalsig, einen Rassenkrieg zu schüren. Aber das hält die Menschen nicht davon ab, genau das zu tun. Jede Form des Krieges ist ein Rückschlag für Vernunft und Zivilisation. Aber das hat Kriege nicht unpopulär werden lassen, selbst unter den vernünftigsten und den zivilisiertesten Menschen auf dem Planeten.
Noch zu Lebzeiten vieler meiner Leser haben die am weitesten entwickelten Länder der Welt Vernichtungskriege geführt. Am Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Deutschen führend in der Hochkultur und in der Wissenschaft. Deutsche Musiker und Komponisten... deutsche Dichter und Autoren... deutsche Mathematiker, Physiker, Maler, Philosophen - sogar die deutsche Wirtschaft stand an der Weltspitze, und kam an zweiter Stelle direkt nach den Vereinigten Staaten, wenn es um die Produktionsleistung ging.
Doch dann haben die Deutschen den Kopf verloren - zusammen mit den Italienern, den Russen, den Japanern und vielen anderen.
Aber die Han-Chinesen haben Recht. Die Uiguren sind von Zeit zu Zeit Monster. Genauso die Han-Chinesen...die Teutonen...die Angelsachsen...und all die anderen Stämme auf der Welt. Gelegentlich fallen die Masken der Zurückhaltung der Zivilisation und sie machen dem Mob - ohne irgendeinen ersichtlichen Grund - den Weg frei...und das Tier fängt wieder an, den Mond anzuheulen.
Genauso wie in China tritt auch an den Märkten manchmal das Tier hervor. Was ist eine Blase denn anderes, als wild und unvernünftig. Eine Art von Wahnsinn. Eine Massentäuschung... ein Dummheit, bei der die Leute Vernunft und Zivilisation hinter sich zurücklassen.